Start Vogtland 24 Stunden Vogtlandstadion: Christin Ziehrs außergewöhnlicher Lauf
Artikel von: Sebastian Höfer
22.05.2024

24 Stunden Vogtlandstadion: Christin Ziehrs außergewöhnlicher Lauf

Die letzten Meter beim 24 Stunden-Lauf hatte Christin Ziehr mehrere Begleiter. VFC-Vorstand Lennard Schorch mit Blumen auf der Zielgeraden. Auch Christin‘s Sohn Mats lief die letzte Runde mit seiner Mama (schwarzes Outfi t). Selbst VFC-Prä sident Thomas Fritzlar (gelbes Trikot) ließ es sich nicht nehmen und begleitete die Ausnahmeläuferin ins Ziel. Foto: Sebastian Höfer

Runde um Runde im für den guten Zweck

Plauen. Alles gut gelaufen: Christin Ziehr aus Plauen ist Ultrawanderin und Weltmeisterin im Wandern. Nach erfolgreichen Non-Stop-Wanderungen, unter anderem von Dresden nach Plauen, stand jetzt das nächste rekordverdächtige Event ihrer Karriere auf dem Plan. Im Plauener Vogtlandstadion lief die 37-Jährige 24 Stunden für das Kinderhospiz „Nächstenliebe“ in Auerbach. Bei besten Wetterbedingungen startete Christin Ziehr am Freitag zu ihrem 24-Stunden-Lauf. Wochen vorher kam ihr der Gedanke dazu, den sie selbst als „Schnapsidee“ bezeichnete. VFC-Präsident Thomas Fritzlar ermöglichte Trainingseinheiten im Vogtlandstadion, da Christins Laufband nicht mehr funktionierte. So reifte die Idee bis hin zur Ausführung. Um dem Vorhaben einen sozialen Sinn zu geben, rief die Mutter eines Kindes zu Spenden auf – für jede gelaufene Runde.

Nahezu der komplette Alltag im Leben der 37-Jährigen dreht sich um Bewegung. Angefangen bei morgendlichen 90 Minuten auf dem Laufband, geht es auch während der Arbeit im familiengeführten Pflegedienst sportlich zu. Während Christin Dienstpläne und Verwaltungsarbeiten erledigt, legt sie auf dem Laufband Kilometer zurück. Nach der Arbeit folgt oft noch eine Afterwork-Einheit. Christin Ziehr legt etwa 35.000 Schritte pro Tag zurück. Selbstdisziplin und Organisation sind wesentliche Bestandteile ihres Erfolges. Am Freitag pünktlich um 13 Uhr startete die Ausdauerläuferin. Zur moralischen Unterstützung war ihr Vater Gert an ihrer Seite. Während sich Mutter Kerstin auf dem Grundstück der Tochter einbrachte, unterstützte Papa Gert sie direkt vor Ort. „Auch wenn wir nicht dabei sind, wir haben eine App und schauen immer aufs Handy, um zu sehen, wie viele Runden es schon sind. Es macht uns einfach stolz“, erzählt Gert Ziehr.

Das eigene Bett als Motivation

In der Nacht etwas fröstelnd kam Christin gut durch die Distanz. Gegessen und getrunken wurde im Laufen, zum Frühstück gab es eine Salzbrezel – eines der Etappenziele, die sie sich setzte. „Die Motivation ist, schnell ins Bett zu kommen. Bei den 24-Stunden-Läufen muss man sich extrem motivieren und selber Ziele stecken, sonst hört man irgendwann auf“, erklärt Christin Ziehr.

Auf den letzten Runden im Vogtlandstadion begleiteten Freunde, Familienmitglieder und Begeisterte die Ausdauerläuferin. Punkt 13 Uhr beendete die Plauenerin ihre 350. Runde, was einer Laufleistung von insgesamt 140 Kilometern entsprach. Überglücklich und von Gratulanten umgeben, nahm Christin Glückwünsche und Blumen entgegen. Auf die Frage, worauf sie sich jetzt am meisten freut, antwortete die erschöpfte, aber stolze Läuferin: „Auf eine Dusche und mein Bett“.

Nach fünfzehn Stunden Schlaf stand Christin am Sonntag schon wieder auf den Beinen. Aktuell gehen noch Spenden für die Aktion ein. In den kommenden Tagen wird der Gesamterlös der Spendenaktion verkündet. Die kompletten Spendeneinnahmen gehen an das Kinderhospiz „Nächstenliebe“ in Auerbach.