
Zwickau. Richtig rockig startete die Jubiläumsfeier der IG Metall Zwickau am Sonntagmittag auf dem Hauptmarkt. „Die letzten 25 Jahre waren von vielen Auseinandersetzungen in Betrieb und Gesellschaft geprägt. Vieles haben wir erreicht, nicht alles gewonnen. Es ist Zeit, uns bei den beteiligten Kolleginnen und Kollegen zu bedanken, aber auch den Blick nach vorne zu richten.“ so Stefan Kademann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau.
Und deshalb feierte die Gewerkschaft für wenige Stunden am Sonntag. Mit dabei waren Sebastian Krumbiegel von den Prinzen und Out Of Tune, eine Band aus aktiven Metallern – beide stimmten nicht nur mit musikalischen Können ein, sondern luden auch zum Zuhören ein. Die meist bekannten Melodien richteten sich auch gegen Fremdenfeindlichkeit. Letztendlich versuchten – wie bereits zur Kundgebung am 1. Mai – „Menschen mit anderer Meinung“ die Kundgebung mit Trillerpfeifen und Rufen zu stören. Zu Auseinandersetzungen kam es allerdings nicht. Die Polizei sorgte für entsprechende Absicherung, so dass die relativ kleine Gruppe, bei der auch Thügida-Anhänger anwesend waren, nicht bis auf den Hauptmarkt gelangte. Doch auch dieses Mal riefen sie, wie auch die mitgebrachten Kinder: „Wir sind das Volk.“
Diesen Satz verwendete auch Stefan Kademann in seiner Rede auf der Bühne, der noch immer die Unruhen des ersten Mai-Tages im Kopf hatte. „Wir sind das Volk und wir lassen uns nicht beschimpfen“, sagte er. Die IG Metall wolle sich weiterhin für gerechte Löhne und die 35-Stunden-Woche einsetzen. Immerhin habe es Schweden geschafft, einen 6-Stunden-Arbeitstag durchzusetzen.
Entsetzt ist Kademann immer wieder von manchen Verhandlungsrunden, bei denen der Arbeitgeber sich so darstelle, dass der Arbeitnehmer doch froh sein solle, bei ihm arbeiten zu können. „Doch wir wollen, dass die gleiche Arbeit, auch gleich bezahlt wird“, fordert Kademann. Und immerhin: So hat IG Metall allein in den vergangenen vier Jahren eine Gehaltsteigerung von 16 Prozent erkämpft.
Hier einige Eindrücke vom Tag (Fotos: Alice Jagals):



