Samstag, 17. Oktober 2026

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Crystal: „Vom Einstieg bis zum Tod“

Seit Jahren ist bezüglich der Drogenkriminalität und des -Missbrauch in der Region eine beängstigende Entwicklung zu verfolgen. Ständige Meldungen von Zoll und Polizei scheinen dies zu belegen. In Annaberg-Buchholz und Aue setzt man nun zunehmend auf Prävention. So rollt der demnächst der Revolution Train, ein außergewöhnlicher Drogenpräventionszug, wieder durch's Erzgebirge. Was es mit diesem auf sich hat, lesen Sie hier.

Von Andre Kaiser

· 3 Min. Lesezeit

Region. Bei einer Kontrolle ging den Zöllnern der Kontrolleinheit Verkehrswege Chemnitz in Johanngeorgenstadt ein Mann ins Netz, der insgesamt 17 Gramm der gefährlichen Droge Crystal in seinem Körper versteckt hatte. Gegen den 35-Jährigen wurde „wegen des Verdachts der ungenehmigten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ein Strafverfahren eingeleitet und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz vom zuständigen Amtsgericht Haftbefehl erlassen“, so die Information der Beamten.

Eine kürzlich herausgegebene Meldung des Hauptzollamtes Erfurt. Eine von vielen, die in Verbindung mit Drogen stehen. Die jüngste, die einmal mehr belegt, dass Drogen-Kriminalität und -Missbrauch mitten im Erzgebirge, mitten unter uns weilen, inzwischen in allen Gesellschaftsschichten Fuß gefasst haben und unsere Kinder stärker denn je bedrohen, sei es im direkten Kontakt mit Dealern und abhängigen Freunden und Bekannten oder indirekt durch Eltern, zum Beispiel durch schwangere Frauen, die durch die „die täglich benötigte Dosis“ ihre ungeborenen Kinder bereits schädigen, bevor diese überhaupt schon einmal einen Sonnenstrahl erblickt haben.

Die traurige Bilanz des für das Erzgebirge zuständigen Hauptzollamtes Erfurt aus dem letzten Jahr: 2016 wurden allein von dieser Stelle rund 560 Kilogramm Marihuana, mehr als zwei Kilogramm Crystal und rund ein halbes Kilogramm Amphetamine beschlagnahmt.

Es wirkt wie ein Kampf gegen Windmühlen, deren Flügel sich von Tag zu Tag immer schneller drehen. Dabei bereitet vor allem die synthetisch hergestellte Droge Crystal Meth den Drogen-Bekämpfern zunehmend Kopfzerbrechen. Weist diese doch ein sehr hohes Potential auf, den Konsumenten sofort in die Abhängigkeit zu stürzen. Zudem gilt Crystal als eine der am schnellsten zerstörenden Droge überhaupt mit unabsehbaren Folgen für Körper und Geist.

Vom Einstieg bis zum Tod

Aufgrund der beängstigenden Entwicklung ist es unabdingbar, wo und wie immer es auch geht, Präventionsarbeit zu leisten, Kinder und Jugendliche über die hohe Gefahr, die von der zerstörerischen Droge ausgeht, aufzuklären, sie hierfür zu sensibilisieren.

Beeindruckend und erschreckend zugleich: das Innere des Zuges.
Foto: Stadt Annaberg-Buchholz, Matthias Förster

Dabei wird sich zunehmend des sogenannten „Revolution Train“ bedient. Dieser rollte bereits im letzten Jahr Richtung Annaberg-Buchholz und wird hier, ebenso wie in Aue, im Juni dieses Jahres erneut erwartet. „Im Zug haben Schüler die Möglichkeit, den Weg von Drogenabhängigen mit allen Sinnen zu erleben“, erklärt Matthias Förster. Der Pressesprecher der Stadt: „Vom scheinbar harmlosen Einstieg geht es über mehrere Zwischenstationen steil hinab bis zum Tod des Protagonisten. Die Situationen aus dem Leben von Drogenabhängigen sind derart wirklichkeitsnah nachgestaltet, dass Besucher meist tief bewegt aus dem Zug kommen. Diese nachhaltigen Eindrücke sollen dann für eine zielgerichtete Drogenprävention genutzt und in Schulen von Stadt und Landkreis nachbereitet werden.

Oberbürgermeister Rolf Schmidt ergänzt: „Der Revolution Train ist ein einzigartiges Instrument, das die bisherigen Methoden in der Drogenprävention auf eine sehr wirksame Weise erweitert. Uns geht es darum, dass Kinder und Jugendliche in den richtigen Lebenszug einsteigen und die Finger von Drogen lassen“.

Veranstaltung zum Thema im Erzhammer

Bevor der Revolution Train allerdings in Annaberg-Buchholz einrollt, ist für den 3. Mai eine Veranstaltung zum Thema „Drogen“ geplant. Hier werden im großen Saal ab 18.30 Uhr Ergebnisse der Fragebögen präsentiert, welche im letzten Jahr im Revolution Train von 551 Schülerinnen und Schülern u.a. zu Suchtverhalten und Ursachen des Drogenkonsums ausgefüllt wurden. Jeder ist dazu herzlich eingeladen. Es werden Zahlen, Daten und Fakten erörtert sowie künftige Wege für eine verbesserte Drogenprävention diskutiert. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

 

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