Sonntag, 18. Oktober 2026

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Kein neues „Berggeschrey“ in Geyer

Geyer wird zum europäischen Referenzgebiet: Das Helmholtz-Institut Freiberg stellte kürzlich im Huthaus an der Binge den Einwohnern der Bingestadt sein neues Forschungsprojekt INFACT vor.

Von Andre Kaiser

· 2 Min. Lesezeit

Geyer. Nein. Es wird in den nächsten Jahren kein neues Berggeschrei geben. Im Gegenteil. Mit den Ergebnissen der bisherigen Erkunden, welche in den letzten Monaten hauptsächlich mit Hubschraubern aus der Luft durchgeführt wurden, und dem neu aufgelegten Erkundungsprojekt INFACT wird das Gebiet rund um Geyer vielmehr vor neuen bergbaulichen Eingriffen geschützt. Dies war die grundlegende Aussage zur kürzlichen Bürgerversammlung im Huthaus an der Binge. Was bedeutet das?

Geyer ist neben Sakatti (Finnland) und Gerena, Minas de Riotinto (Spanien) eines von europaweit drei Referenzgebieten, in denen „neue innovative, schonende Technologien unter realitätsnahen Bedingungen zur Rohstofferkundung getestet werden, so dass diese später zum Aufspüren von mineralischen und metallischen Rohstoffen zum Einsatz kommen können.

Koordiniert wird das durch die EU finanzierte, 5,6 Millionen Euro schwere Forschungsprojekt durch das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am Helmhotz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Insgesamt 17 Partner aus Wissenschaft, Forschung, Industrie, staatlichen Behörden und gemeinnützigen Organisationen sind mit an Bord.

Ziel ist es, „Europa als Standort für aktive Rohstofferkundungen wieder attraktiv zu machen und dadurch auch langfristig zu einer sicheren Versorgung mit Ressoursen in der EU beizutragen“.

Für die Bingestadt Geyer bedeutet dies vor allem eine höhere europa- und weltweite mediale Aufmerksamkeit in den nächsten Jahren. „Wir bringen Geyer auf die Landkarte“, so die Antwort auf die Frage während der Veranstaltung, was denn die Bewohner von Geyer von diesem Projekt hätten. Sicher war manch einer von den bisherigen Erkundungsergebnissen entäuscht. Viele kamen wohl zu der Versammlung ins Huthaus an der Binge mit der Erwartung, zu erfahren, ob und welche Bodenschätze in der Erde unter ihren Füßen noch schlummern. Andere dürften eher erleichtert gewesen sein, zu hören, dass es in Geyer in naher Zukunft keinen neuen Tagebau geben wird, ihre Heimat in den nächsten Jahren von möglichen industriellen Belastungen verschont bleibt.

Einzig an die Helikopter, Flugzeuge und Multisensor-Drohnen am Himmel sowie die erhöhte mediale Aufmerksamkeit müssen sie sich jetzt wohl gewöhnen.

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