Sonntag, 18. Oktober 2026

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Die etwas anderen Polizeieinsätze des Jahres 2017

Das Jahr 2017 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Für die Bediensteten der PD Chemnitz war es ein arbeitsreiches Jahr, in dem sie mehr als 107.000 Einsätze im täglichen Dienst bewältigen mussten. Der polizeiliche Alltag war mitunter von tragischen Ereignissen geprägt. Doch einige Einsätze blieben den Polizistinnen und Polizisten in erster Linie wegen ihrer Kuriosität im Gedächtnis.

Von Redaktion Regionalspiegel

· 8 Min. Lesezeit

Bulldogge Lenni hielt die Polizei auf Trab. Foto: Polizei

Das Jahr 2017 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Für die Bediensteten der PD Chemnitz war es ein arbeitsreiches Jahr, in dem sie mehr als 107.000 Einsätze im täglichen Dienst bewältigen mussten. Zu Tötungsdelikten, schweren Verkehrsunfällen, bewegenden Vermisstenfällen oder auch existenzgefährdenden Bränden wurde ermittelt. Der polizeiliche Alltag war mitunter von tragischen Ereignissen geprägt.

Doch einige Einsätze blieben den Polizistinnen und Polizisten in erster Linie wegen ihrer Kuriosität im Gedächtnis. Auch wenn der eine oder andere Einsatz aufgrund von Missverständnissen oder Fehldeutungen von Zeugen zustande kam, sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass jedermann auch weiterhin den Notruf 110 wählen soll, sobald er etwas Verdächtiges wahrnimmt. Für die Überprüfung derartiger Zeugenhinweise ist die Polizei da – auch wenn sich der Sachverhalt später in Wohlgefallen auflöst.

Hier einige amüsante und kuriose Beispiele:

Unfreiwillig auf den Hund gekommen (siehe Foto)
Ein schwerer Verkehrsunfall in Erdmannsdorf, bei dem mehrere Menschen verletzt worden waren, entwickelte sich am 4. Dezember zu einem der kuriosesten Einsätze
der PD Chemnitz im laufenden Jahr. Während ein Polizist den Verkehr an der Unfallstelle vorbeileitete, kam eine Englische Bulldogge aus einem nahen Wald angetrottet und lief zielgerichtet auf den Beamten zu. Doch einfangen ließ sich der wuchtige Vierbeiner nicht ohne Weiteres. Erst als einer der Polizisten vor Ort die Schiebetür eines Funkstreifenwagens öffnete, hopste die Bulldogge auf die Rückbank nund machte ein Nickerchen. Die „Umfeldermittlungen“ nach dem Besitzer des Hundes
brachten nichts.

Erst ein zu Hilfe gerufener Tierarzt brachte etwas Erhellung. Lenni, so der Name der Englischen Bulldogge, stammte ursprünglich aus Döbeln, wurde später
ins Erzgebirge vermittelt und offenbar von seinem letzten Besitzer im Wald bei Erdmannsdorf ausgesetzt. Soweit, so gut. Das eigentliche Problem war aber noch
ungelöst. Der Vierbeiner ließ sich nämlich partout nicht dazu bewegen, aus dem Funkstreifenwagen auszusteigen. Ziehen, schieben, locken, ausgesprochenes Platzverbot – nichts half. Erst als einer der Beamten nochmals den Motor des Funkstreifenwagens startete, gelang es mit vereinten Kräften, die erneut beingeschlafene Bulldogge zu „überwältigen“. Kurzzeitig kam Lenni ins Freiberger Tierheim. Dort standen die Telefone nicht mehr still. Dutzende Hundefreunde wollten der kleinen Wuchtbrumme ein neues Zuhause geben. Mittlerweile ist Lenni in eine Familie vermittelt. Gegen seinen letzten Besitzer wurden Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.

4-Jähriger fuhr mit Bahn davon
Verzweifelt rief eine Frau am Vormittag des 12. Januar die Polizei in den Chemnitzer Ortsteil Markersdorf. Ihr Sohn (4) war ohne sie mit der Straßenbahn abgefahren. Kurze
Zeit später konnte Entwarnung gegeben werden. Den vermissten Nachwuchs hatte ein Passant in Obhut genommen und dann die Polizei informiert. An der Haltestelle am Vita-Center konnte die Mutter den 4-Jährigen wenig später wohlbehalten in die Arme schließen.

Verdächtiger Mann im Schulhaus beobachtet
Am 18. Januar rief man die Chemnitzer Polizei nachmittags wegen einer angeblich verdächtigen Beobachtung in den Ortsteil Kaßberg. Ein Unbekannter hatte sich in
einem Schulgebäude aufgehalten, Schüler angesprochen und an einer Paniktür zu schaffen gemacht. Schließlich, so die Erstinformation, sei der Mann mit einem Pkw in
unbekannte Richtung geflüchtet. Polizeibeamte kamen zum Einsatz und konnten den Fall – auch dank des bekannt gewordenen Kennzeichens – innerhalb kurzer Zeit
aufklären. Ihre Ermittlungen ergaben, dass ein Pizzabote dort lediglich auf der Suche nach dem richtigen Eingang war.

Motorwärme sollte Eiseskälte vertreiben
Aufmerksame Bürger riefen die Polizei am 26. Januar morgens zu einem Parkplatz in die Hainstraße im Chemnitzer Ortsteil Sonnenberg. Dort sollte seit geraumer Zeit ein
Pkw BMW mit laufendem Motor stehen. War dem Fahrer etwas zugestoßen? Die Polizisten des zuständigen Reviers trafen den Fahrer wohlauf im Fahrzeug an. Er hatte noch Zeit bis zu seinem Arbeitsbeginn und weil es ihm vermutlich kalt war, hatte er den Motor angelassen.

Hundepfoten sorgten für Polizeieinsatz
Über augenscheinlich massive Blutspuren in einem Treppenhaus in der Blankenauer Straße in Chemnitz wurde die Polizei am 20. Februar von einer Frau informiert. Die
Beamten nahmen sich der Sache umgehend mit dem Ergebnis an, dass es sich bei den gesichteten Spuren lediglich um die Abdrücke von Hundepfoten, nicht um Blutstropfen handelte. Die Polizisten setzten daraufhin ihren Dienst fort.

Tatverdacht gegen stürmischen „Thomas“ erhärtet
Wegen eines mutmaßlichen Garagenaufbruchs rief man die Polizei am 25. Februar zu einem Garagenkomplex in die Kreherstraße im Chemnitzer Ortsteil Gablenz. Dort hatte der Anrufer an einem Februarmorgen seine Garage offenstehend vorgefunden. Das Schloss lag auf dem Weg davor. Schließlich konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden: Sturmtief Thomas. Vermutlich hatte der Wind das unverschlossene Tor aufgedrückt, wobei es zu Sachschaden kam. Ähnlich erging es dort einem Garagenbesitzer Mitte März. Auch in diesem Fall vermutete man zuerst einen Aufbruch der Garage, der sich dann aber als Sturmschaden entpuppte.

Im Parkplatz geirrt?
Wegen des vermeintlichen Diebstahls eines VW Golf rief der Besitzer Polizisten am 7. März zu einem Parkplatz in der Wiesaer Straße in Annaberg-Buchholz. Um 8 Uhr
hatte das Fahrzeug den ersten Informationen nach noch an seinem Platz gestanden. Am Mittag wurde der Diebstahl bemerkt. Eine Dreiviertelstunde später konnte die
Fahndung beendet werden. Eine Polizeistreife hatte das ordnungsgemäß verschlossene Auto auf einem anderen Parkplatz entdeckt. Der Besitzer hatte sich lediglich beim Abstellort geirrt.

Mieter wollte Duftstoffe herstellen
Wegen eines mutmaßlichen Chemielabors in einem Mehrfamilienhaus in der Altchemnitzer Straße im Chemnitzer Ortsteil Altchemnitz rief man die Polizei am Nachmittag des 27. März. Ein Verantwortlicher für das Gebäude hatte in einem Verschlag auf dem Dachboden Utensilien aufgefunden, die auf diese Vermutung schließen ließen. Polizisten setzten sich dann umgehend mit dem Nutzer der Kammer in Verbindung. Dabei kam heraus, dass lediglich versucht wurde, Parfüm herzustellen. Ein Straftatverdacht lag nicht vor.

Rasenmäher löst Gefahrguteinsatz aus
In Erwartung eines Gefahrguteinsatzes waren Polizei und Feuerwehr im April im Freiberger Revierbereich in einem Geschäft im Einsatz. Wegen eines ungekennzeichneten, verdächtigen Paketes, aus dem beißender Geruch drang, hatte sich der Verdacht dafür ergeben. Der Bereich wurde vorsorglich weiträumig abgesperrt, das Paket ins Freie gebracht. Schließlich konnte jedoch nach der Öffnung der Sendung Entwarnung gegeben werden. Im Paket fand sich lediglich ein Rasenmäher, aus dem Betriebsstoffe ausliefen.

Vermisste war nur Kaffeetrinken
Am 8. Mai wurde eine Patientin am späten Nachmittag von Mitarbeitern eines Chemnitzer Krankenhauses als vermisst gemeldet. Die Frau hatte die betreffende Station mit persönlichen Dingen verlassen und war nicht zurückgekehrt. Beamte prüften unter anderen die Wohnanschrift der Patientin, konnten sie jedoch auch dort nicht antreffen. Reichlich zwei Stunden nach Eingang der Vermisstenmeldung konnte Entwarnung gegeben werden. Die Frau war wohlbehalten auf die Station zurückgekehrt. Sie hatte lediglich mit ihrem Besuch in der Cafeteria gesessen.

Polizisten als Geburtshelfer gerufen
Gegen 1.15 Uhr wählte Ende Mai ein Mann aus dem Stollberger Revierbereich den Polizeinotruf. Dem Beamten am Telefon teilte er mit, dass seine Frau hochschwanger
sei und es nun losgehe. Der Polizist leitete den Anruf des werdenden Vaters umgehend an die Rettungsleitstelle weiter. Offenbar hatte sich der Mann in der aufregenden
Situation in der Telefonnummer geirrt.

Vermeintliche Diebe reparierten Bike
Am 15. Juni 2017 informierte man gegen 20 Uhr am Polizeinotruf über zwei Männer, die in der Brückenstraße im Chemnitzer Stadtzentrum augenscheinlich Fahrräder
stehlen wollten. Die mutmaßlichen Diebe sollten sich gegenüber des Karl-Marx-Monuments an einer Treppe aufhalten. Bei der Kontrolle der Beiden wenige Minuten
später kam heraus, dass es sich um deren eigene Fahrräder handelte und einer von mihnen lediglich mit einer Zange die Bremse seines Bikes repariert hatte. Eine Straftat
konnte ausgeschlossen werden.

War der Weg aus dem Fenster kürzer?
Kurz nach 2 Uhr rief man die Polizei am 26. Juni wegen einer verdächtigen Beobachtung zu einem Mehrfamilienhaus in die Neefestraße im Chemnitzer Ortsteil Kapellenberg. Nach einem Zeugenhinweis waren zwei Personen dort aus einem Erdgeschossfenster geklettert. Zudem habe man Rucksäcke und andere Gegenstände
aus dem Fenster geworfen. Für die Beamten ergab sich aus der Beobachtung der Verdacht eines Einbruchsdiebstahls. Aufgrund der vorliegenden Personenbeschreibung konnte man die Kletterer schnell ausfindig machen. Bei ihnen handelte es sich um die Inhaber der betroffenen Wohnung, die lediglich das Fenster anstelle der Tür nutzten.

Unkonventionelle Absperrung sorgte für Aufregung
Da sollte doch, nach Auskunft eines Anrufers am 14. August, jemand Eimer mit Altöl auf einer Wiese in der Jakobstraße im Chemnitzer Ortsteil Sonnenberg abgestellt
haben. Um die mutmaßlich illegale Entsorgung aufzuklären, machten sich Polizeibeamte auf den Weg zum „Tatort“. Wie sich dort herausstellte, handelte es sich nicht um Altöl sondern um Mayonnaise-Eimer. Die hatte man auch nicht entsorgt, sondern lediglich zur Absperrung abgestellt. Die Verursacherin versprach den Beamten, die Eimer zu beräumen, woraufhin die Streifenfahrt fortgesetzt werden konnte.

Puddingbecher sorgte für Einsatz
Um einen Einbrecher auf frischer Tat zu erwischen, eilten Polizisten am 16. August zu neinem Einkaufsmarkt auf den Chemnitzer Kaßberg. Gegen Mitternacht hatte man über Notruf von dort die ausgelöste Alarmanlage gemeldet. Bei der Begehung des Marktes wurde dann klar, wer für den Einsatz verantwortlich war. Den Alarm hatte ein aus dem Regal gefallener Puddingbecher ausgelöst. Ansonsten waren im Markt keine mUnregelmäßigkeiten erkennbar.

So ein Riesen-Theater
Auf den Chemnitzer Kaßberg rief man die Polizei und den Rettungsdienst am Abend des 17. August. Dort stand nach Angaben des Anrufers ein Mann auf dem Dach eines
Gebäudes. Passanten hatten zudem Schreie gehört. Letzten Endes handelte es sich lediglich um ein großes Missverständnis. Unabhängig voneinander hatte sich ein Paar
auf dem Dach zum Abendessen niedergelassen und in der Nähe wurde zeitgleich von einer Theatergruppe ein Streitgespräch zwischen einer Frau und einem Mann geprobt.  Die Einsatzkräfte zogen daraufhin wieder ab.

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