
Landkreis Zwickau. Wenn es 7 Uhr ist steht das Team der DRF Luftrettung zum Einsatz bereit. Und das jeden Tag bis zum Sonnenuntergang. Schichtdienste an sich gibt es nicht. Ein Team, bestehend aus einem Notarzt, einem Rettungsassistenten und natürlich einem Piloten sind einen ganzen Tag lang einsatzbereit. Die DRF Luftrettung am Stützpunkt Zwickau rettet seit 25 Jahren das Leben zahlreicher Menschen.
Das Einsatzgebiet umfasst den gesamten Bereich Westsachsen, wobei Anforderungen durch überregionale Leitstellen keine Ausnahme bilden. Zu Notfalleinsätzen – beispielsweise internistische Erkrankungen, Verkehrs- oder Freizeitunfälle – fordern die Leitstellen Zwickau, Chemnitz, Freiberg und Annaberg-Buchholz den Hubschrauber an. Der Held der Lüfte heißt „Christoph 46“. Der Name ist den meisten bekannt. Doch was steckt hinter der DRF in Zwickau?
Entscheidungsträger darüber, ob ein Hubschrauber oder ein Rettungsfahrzeug zu einem Patienten gelangt, ist die Rettungsleitstelle in Zwickau. Am Standort Zwickau stellt die DRF Luftrettung drei Piloten und die Rettungsassistenten. Die Notärzte kommen aus dem Heinrich-Braun-Klinikum sowie weiteren Kliniken der Region.
Petra Schlupp ist gelernte Krankenschwester und seit der ersten Stunde mit der jetzigen Luftrettung mit dabei. „Ein ist ein sehr schöner Job. Er ist abwechslungsreich, man muss schnell handeln und weiß oft erst einmal gar nicht, was einen erwartet. Besonders wichtig ist mir, dass wir ein so tolles team hier in Zwickau sind.“

und Sandro Müller, Notarzt. (v.l.). Foto: Alice Jagals
Kleine Lücken gibt es
Im vergangenen Jahr wurde Christoph zu 1.285 Einsätzen gerufen. In den vergangenen 25 Jahren waren es sogar 30.000 Einsätze.
85 Prozent davon waren Notfälle, 15 Prozent Intensivtransporte. In letzterem sieht Notarzt Sandro Müller noch Nachholebedarf in Sachsen. Denn der Transport von Krankenhaus zu Krankenhaus beispielsweise in der Nacht, kann ein „normaler“ Rettungshubschrauber aufgrund der Sichtverhältnisse nicht erledigen. „Es fehlt hier einfach ein Intensivtransportsystem, dass es übrigens in manch anderen Bundesländern gibt“, erklärt der Notarzt. Im Endeffekt wird das nämlich für die Krankenhäuser teuer, da zu jedem Transport auch ein Notarzt dabei sein muss. Bei größeren Krankenhäusern sei das nicht das große Problem. Bei kleineren Einrichtungen wie Lichtenstein könne es aber zu einem werden. Dann müsste ein spezieller Hubschrauber mit Nachtsicht angefordert werden und der steht in Bautzen.
Übrigens: Teurer als ein Einsatz mit Rettungsfahrzeugen sei die Variante mit dem Hubschrauber nicht.
Zukunft
Zum 31. Dezember 2017 endet der Betrieb der DRF in Zwickau. Dann wird die Aufgabe neu ausgeschrieben. „Der Preis ist aber nicht ausschlaggebend für die Qualität“, betont Christian Müller, stellvertretender Leiter Medizin. Zudem soll die Crew am HBK-Standort auf weiteren 250 Quadratmetern bessere Bedingungen bekommen.



