
Für die Bediensteten der Polizeidirektion Chemnitz geht ein arbeitsintensives Jahr zu Ende. Oftmals war den Frauen und Männern in Uniform und in Zivil nicht zum Lachen, denn den polizeilichen Alltag bestimmen tragische Ereignissen wie schweren Verkehrsunfälle oder Tötungsdelikte, außerdem Vermisstenfälle, Brände, Einbrüchen sowie polizeiliche Großeinsätze. Doch ab und an verhalf der eine oder andere Einsatz den Beamtinnen und Beamten zu einem erstaunten Kopfschütteln oder auch Schmunzeln. Die Pressestelle hat einige außergewöhnliche Fälle zusammengetragen und aufgeschrieben. Hier eine Auswahl:
Das überraschte sogar Polizisten
Wegen eines Briefes, an dem verdächtig weißes Pulver haftete, kamen Polizisten im April in Chemnitz zum Einsatz. Eine fachmännische Analyse der Beamten brachte ans Licht, dass die Anruferin, die zuvor Pfannkuchen gebacken hatte, möglicherweise noch Mehl an ihren Händen hatte, als sie den Brief öffnete. Im Umschlag wurde keine Substanz festgestellt, nur eine Rechnung, um deren Begleichung die Frau nicht herum kam.
Besorgte Chemnitzer Bürger wählten im August den Notruf, da in einem Park ein schwarz gekleideter und vermummter Mann mit einem Säbel hantiere, so der Notruf. Mit mehreren Einsatzfahrzeugen rückte daraufhin die Polizei an und traf auf einen jungen Mann, der, wie sich herausstellte, für einen Schwertwettkampf trainierte. Er zeigte den Beamten seinen Trainingsplan. Seine „Trockenübungen“ in der Öffentlichkeit durchzuführen, empfand er dann selbst nicht mehr als die beste Idee und zog mit seinem stumpfen Schwert und seiner Ausrüstung von dannen.
Die Polizei, dein Freund und Helfer
Der Hilferuf eines Touristen aus Bayern ging im Mai dieses Jahres ein. Mit einem Fernbus war der Mann nach Dresden unterwegs. Eine Pause in Chemnitz nutzte er für ein menschliches Bedürfnis. Möglicherweise dauerte das länger als geplant, denn als er zum Bus zurückkehrte, war dieser bereits abgefahren – und damit auch seine Reisetasche und sein Handy. Obwohl ein polizeilicher Einsatz in solchen Fällen nicht geboten ist, halfen die Beamten. Die Mutter des jungen Mannes konnte verständigt werden, die dann auf das Eintreffen des Busses wartete und das Gepäck entgegen nahm. Der Mann reiste schließlich mit dem Zug nach Dresden.
Nahezu täglich gehen bei der Polizei Beschwerden wegen unzulässigen Lärms ein. Dass sich dahinter auch manchmal Kurioses verbirgt, zeigen die folgenden beiden Einsätze: In Marienberg rief ein Anwohner die Polizei in einer Januar-Nacht, weil immer wieder bei ihm geklingelt wurde. Jedes Mal, wenn der Anrufer nachschaute, war niemand zu sehen. Gemeinsam mit der Polizei fand man schließlich heraus, dass nicht etwa „Klingelputzer“ unterwegs waren, sondern die Klingel aufgrund der Witterung vereist war. Die Störung konnte beseitigt werden und der Anrufer beruhigt weiterschlafen.
In Schwarzenberg beschwerte man sich im August über laute Musik und Gegröle. Als die Polizei dem Lärm auf den Grund ging, stellte sich heraus, dass gerade ein Heiratsantrag gemacht wurde. Die Freude darüber war offenbar so groß, dass es kurzzeitig etwas lauter wurde.
Von „verschwundenen“ und „wiedergefundenen“ Autos …
Fehlende Kommunikation unter Eheleuten? – Ein Mann meldete im August bei der Polizei in Chemnitz sein Auto als gestohlen. Einen Tag später rief er erneut bei der Polizei an – das Auto war wieder da und auch nie weg. Seine Frau hatte den Pkw ohne das Wissen ihres Mannes umgeparkt.
Wenn ein lebensmüdes Lama und ein Pony in einer Bank die Polizei brauchen
Tierische Einsätze gehörten auch 2016 für die Polizei dazu. Manchmal gaben einige Anlass zum Schmunzeln, manchmal lösten sie sich in Wohlgefallen auf. Aber das eine oder andere Mal mussten die Kollegen tatsächlich Fähigkeiten eines „Dr. Dolittle“ unter Beweis stellen.
Mitte Mai sorgte in Döbeln ein nicht jeden Tag in freier Wildbahn zu beobachtendes Huftier für Aufregung. In den Klostergärten war einer Frau ein freilaufendes Kamel über den Weg gelaufen. Noch bevor sich die Kollegen mit eigenen Augen davon überzeugen konnten, hatte es der Besitzer bereits eingefangen. Das Zirkustier hatte wohl die Umgebung erkunden wollen.
Nicht weniger verdutzt hörten sich die Kollegen einige Tage später den Notruf eines Mannes an. In einem Wald bei Grünhain-Beierfeld sei ein herrenloser Strauß unterwegs. Tatsächlich ergaben die Ermittlungen, dass ein ausgebüxter Laufvogel die Gegend unsicher machte. Allerdings war es der Nandu eines Züchters, der erst Wochen später sein unversehrtes Tier einfangen konnte.
Deutlich mehr Anlass zur Besorgnis gab die Meldung eines Spaziergängers Ende Januar, der in einem Waldstück bei Lauter-Bernsbach bitterliche Schreie hörte, die ihn stark an ein Kind erinnerten. Vor Ort konnten Polizeibeamte eine Kuhherde als Verursacher der Schreie ermitteln.
Einige Vierbeiner brauchten in diesem Jahr auch Hilfe. Anfang März 2016 wurden Beamte zum Chemnitzer Concordiapark gerufen. An der Halfpipe hatte sich ein Fuchs eingeklemmt und konnte sich zunächst nicht selbstständig aus seiner misslichen Lage befreien. Als Meister Reineke die uniformierten Polizisten erblickte, nahm er offenbar alle Kraft zusammen und noch Reißaus.
Anders war die verzwickte Lage hingegen bei einem Pony im Erzgebirgskreis. Der Schimmel hatte sich Mitte Mai auf einer Koppel mit dem Kopf und einem Vorderhuf in einer Sitzbank aus Plastik verheddert (Foto). Beamten gelang es, das Pferd unverletzt zu befreien. Sichtlich glücklich und vor allem erleichtert galoppierte es schließlich davon.


