Start Chemnitz City-Bahn Chemnitz: GDL beendet 16. Streik überraschend
Artikel von: Björn Max Wagener
18.07.2024

City-Bahn Chemnitz: GDL beendet 16. Streik überraschend

Schon bald heißt es wohl wieder „Nicht Einsteigen“ bei der City-Bahn Chemnitz. Foto: Björn Wagener / Archiv

GDL: Neue Streiks folgen als Reaktion

Chemnitz. Die jüngsten Tarifverhandlungen zwischen der City-Bahn Chemnitz und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) endeten ohne Einigung. Nach einer fünfmonatigen Pause hatten sich die Parteien heute wieder zu Gesprächen getroffen, initiiert von der City-Bahn. Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL, leitete die Verhandlungen seitens der Gewerkschaft. Seit Beginn der aktuellen Tarifrunde ist die Hauptforderung der GDL die Einführung einer 35-Stunden-Woche im Schichtdienst bei vollem Lohnausgleich. Diese Forderung stellte auch in den heutigen Verhandlungen den zentralen Konfliktpunkt dar.

Friedbert Straube, Geschäftsführer der City-Bahn, zeigte sich bereit, die notwendigen Rahmenbedingungen zur Umsetzung der 35-Stunden-Woche zu schaffen. Straube betonte, dass die Löhne trotz Arbeitszeitverkürzung entsprechend der Teuerungsrate erhöht werden könnten. „Wir haben alles durchgerechnet und mit dem Aufsichtsrat abgestimmt, um einen Kompromiss zu finden“, erklärte er. Dennoch stieß das Angebot bei der GDL auf Ablehnung.

Straube kritisierte, dass die GDL weiterhin auf überproportionalen Lohnerhöhungen besteht, trotz der geplanten Arbeitszeitverkürzung. Dies stelle ein erhebliches Risiko für das Verkehrsangebot und die Arbeitsplätze dar. „Die Forderungen der GDL gefährden die finanzielle Stabilität der City-Bahn und könnten zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen. Das können wir unseren Fahrgästen und der Region nicht zumuten“, so Straube. Trotz des Scheiterns der Verhandlungen zeigte sich Straube weiterhin gesprächsbereit. „Wir haben alles versucht, um eine Einigung zu erzielen und sind auch weiterhin bereit, Kompromisse zu finden“, betonte er. Die City-Bahn verfolgt das Ziel, weitere Streiks zu verhindern und den Fahrbetrieb schnellstmöglich stabil und zuverlässig fortzusetzen. Ungeachtet dessen ruft die GDL nun ab Dienstag, dem 16. Juli ab 3 Uhr zum unbefristeten Streik auf. Ein Ersatzverkehr wird nach Unternehmensangaben jedoch im Laufe des Montags veröffentlicht.

Dies bietet die City-Bahn an

In einem internen Dokument, welches dem regionalspiegel vorliegt, bietet die City-Bahn Chemnitz indes die folgenden Punkte an:

  • Abbau übertariflicher Standards bei der City-Bahn, einschl. einseitige Verbesserungen MTE und Zuschläge im März 2024
  • Entwicklung MTE: ab Juli 2025 Koppelung an Verbraucherpreisindex, Laufzeit analog Arbeitszeitabsenkung
  • Finanzierungsvorbehalt zur Arbeitszeitabsenkung bei vollem Lohnausgleich – „Not-Aus“
  • Absenkung -1 Wochenstunde 2026 automatisch, ab 2027 auf Anforderung – ansonsten Ausgleich durch Erhöhung Entgelt
  • Austritt Fairnessbahnen: Ersatz durch tarifvertraglichen Anspruch auf Zuschuss zu Brille, Kindergarten
  • keine BO-Strab-Zulage
  • keine bAV-Erhöhung

Update: GDL beendet Streik überraschend

Am Donnerstagmorgen beendeten die GDL-Mitglieder überraschend ihren Streik. Ob dies an einem neuen Angebot seitens der Citybahn liegt oder ob man weiterhin Wellenstreiks durchführen möchte, ist jedoch unklar.