Der deutliche Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt löst bundesweit Proteste aus. Auch in Sachsen sind für die kommenden Tage mehrere Demonstrationen gegen die Partei angekündigt. In Leipzig und Dresden wollen Tausende Menschen auf die Straße gehen. Das Bündnis „widersetzen“ kündigt unterdessen weitere Aktionen an.
Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirkt weit über die Landesgrenzen hinaus. Nachdem die AfD am Sonntag, 6. September 2026, mit deutlichem Abstand stärkste Kraft geworden ist, mobilisieren verschiedene Initiativen und Bündnisse zu Demonstrationen gegen die Partei.
Auch in Sachsen stehen in den kommenden Tagen mehrere Protestaktionen bevor. Besonders in Leipzig und Dresden sind größere Kundgebungen geplant.
AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Landeswahlleiterin erhielt die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent der Zweitstimmen. Damit legte die Partei gegenüber der Wahl 2021 um rund 23 Prozentpunkte zu. Die CDU kam auf 17,2 Prozent, die SPD auf 9,3 Prozent, die Grünen auf 8,9 Prozent, die Linke auf 8,6 Prozent und das BSW auf 5,3 Prozent.
Im neuen Landtag stellt die AfD 39 der insgesamt 83 Abgeordneten. Für eine absolute Mehrheit wären 42 Mandate notwendig. Besonders deutlich fiel das Ergebnis bei den Direktmandaten aus: 38 der 41 Wahlkreise gingen nach dem vorläufigen Ergebnis an AfD-Kandidaten.
Damit ist eine Regierungsbildung weiterhin offen. Eine eigene Mehrheit hat die AfD nicht. Mehrere andere Parteien haben eine Zusammenarbeit mit ihr ausgeschlossen.
Der Wahlausgang hat zugleich neue Proteste gegen die AfD ausgelöst. In mehreren deutschen Städten gingen bereits Menschen auf die Straße. Nun sind auch in Sachsen weitere Demonstrationen angekündigt.
Demo gegen die AfD in Leipzig am 12. September
Für Samstag, 12. September 2026, ruft das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ zu einer Demonstration auf dem Leipziger Marktplatz auf.
Die Kundgebung steht unter dem Motto „Zeit zum Handeln: AfD stoppen!“ und soll nach Angaben der Veranstalter um 12 Uhr beginnen. Als Reaktion auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt wollen die Organisatoren nach eigenen Angaben Solidarität mit Menschen zeigen, die sich durch einen möglichen politischen Rechtsruck bedroht sehen. Zugleich fordern sie die anderen Parteien dazu auf, eine Zusammenarbeit mit der AfD auszuschließen.
Demo in Leipzig auf einen Blick:
- Datum: Samstag, 12.09.2026
- Beginn: 12 Uhr
- Ort: Marktplatz Leipzig
- Motto: „Zeit zum Handeln: AfD stoppen!“
- Veranstalter: Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“
Die Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Kampagne „Zeit zum Handeln“, die nach der Wahl in Sachsen-Anhalt in zahlreichen Städten zu Aktionen aufruft.
Großdemo gegen Rechts in Dresden angekündigt
Auch in Dresden soll am Wochenende demonstriert werden. Für Sonntag, 13. September, ist auf dem Theaterplatz eine größere Kundgebung unter dem Titel „Zeit zum Handeln“ angekündigt.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Organisatoren wurde die Demonstration mit einer Größenordnung von bis zu 10.000 Teilnehmern angemeldet. Bereits unmittelbar nach der Wahl hatte es in Dresden eine spontane Demonstration am Schlossplatz gegeben.
Bei der genauen Startzeit gibt es derzeit allerdings unterschiedliche Angaben: Der Dresdner Aufruf sowie mehrere Veranstaltungskalender nennen 13 Uhr, während die zentrale Seite der Kampagne „Zeit zum Handeln“ aktuell 11 Uhr ausweist. Teilnehmer sollten die Angaben der Veranstalter deshalb unmittelbar vor der Demonstration noch einmal prüfen.
Dresden auf einen Blick:
- Datum: Sonntag, 13.09.2026
- Ort: Theaterplatz Dresden
- Aktion: „Zeit zum Handeln“
- angemeldete Größenordnung: bis zu 10.000 Teilnehmer
- Beginn: laut Dresdner Aufruf 13 Uhr; zentrale Kampagnenseite nennt derzeit 11 Uhr
„widersetzen“ kündigt nach AfD-Erfolg weitere Proteste an
Über die Demonstrationen in Sachsen hinaus mobilisiert auch das bundesweite Aktionsbündnis „widersetzen“ nach dem Ergebnis in Sachsen-Anhalt.
Das Bündnis hatte bereits in der Vergangenheit zu Protesten gegen AfD-Veranstaltungen aufgerufen und verfügt nach eigenen Angaben über lokale Strukturen in mehr als 80 Städten. Nach der Wahl kündigte „widersetzen“ nun an, insbesondere die weitere Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt begleiten zu wollen.
Ein zentraler Termin steht dabei noch nicht fest: Am Tag der Wahl des neuen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt will das Bündnis nach eigenen Angaben Tausende Menschen nach Magdeburg mobilisieren.
Geplant sei, den Landtag an diesem Tag mit Protestaktionen zu umstellen. Das Bündnis richtet seinen Appell dabei nicht ausschließlich gegen die AfD, sondern will auch Druck auf andere Parteien ausüben, keinen AfD-Kandidaten bei der Ministerpräsidentenwahl ins Amt zu bringen.
Wann die Ministerpräsidentenwahl stattfinden wird, steht bislang noch nicht fest.
Protestwelle reicht weit über Sachsen hinaus
Sachsen ist dabei nur ein Teil der aktuellen Protestbewegung. Bereits nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses fanden unter anderem in Berlin, Potsdam, Köln und weiteren Städten Kundgebungen statt.
In Köln demonstrierten nach Angaben der Polizei mehrere Tausend Menschen gegen Rechtsextremismus. Auch am Brandenburger Tor in Berlin versammelten sich nach dem AfD-Wahlerfolg Demonstranten.
Die Kampagne „Zeit zum Handeln“ listet darüber hinaus Aktionen in zahlreichen Bundesländern auf. Weitere Demonstrationen sind unter anderem in Hamburg, Bremen, Hannover, Düsseldorf, Mainz, Saarbrücken und Magdeburg angekündigt.
AfD-Ergebnis könnte auch politische Debatte in Sachsen verschärfen
Besonders aufmerksam dürfte der Wahlausgang auch im benachbarten Sachsen verfolgt werden. Die sächsische Sozialministerin Petra Köpping (SPD) bezeichnete das Ergebnis bereits als „Weckruf“ und forderte Konsequenzen auf Bundesebene.
Mit einem Zweitstimmenergebnis von 43,8 Prozent hat die AfD in Sachsen-Anhalt ihr bisher stärkstes Resultat bei einer Landtagswahl erzielt. Gleichzeitig fehlen der Partei drei Mandate zur absoluten Mehrheit.
Wie die Regierungsbildung ausgeht und ob ein AfD-Politiker tatsächlich Chancen auf das Amt des Ministerpräsidenten erhält, dürfte deshalb in den kommenden Wochen nicht nur die politische Debatte bestimmen. Auch weitere Demonstrationen und Protestaktionen sind bereits angekündigt.
Diese Demos gegen Rechts stehen in Sachsen bevor
Samstag, 12.09.2026
- 12 Uhr: Leipzig, Marktplatz – „Zeit zum Handeln: AfD stoppen!“
Sonntag, 13.09.2026
- Dresden, Theaterplatz – Großdemonstration „Zeit zum Handeln“, bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet
Weitere Aktionen in Sachsen sind für die folgenden September-Wochen angekündigt. Das Aktionsbündnis „widersetzen“ plant zudem weitere Mobilisierungen und will insbesondere zur späteren Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt zu Protesten aufrufen.
