Sonntag, 18. Oktober 2026

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Der Trainer des EHV schaut zuversichtlich in die Saison

Die Trainerfrage bereitet dem EHV Aue in den nächsten beiden Jahren kein Kopfzerbrechen. Der alte und neue Chefcoach heißt Stephan Swat

Von Redaktion Regionalspiegel

· 4 Min. Lesezeit

Der EHV ist bereit für die neue Saison. Foto: Ingo Wendler

Die Trainerfrage bereitet dem EHV Aue in den nächsten beiden Jahren kein Kopfzerbrechen. Der alte und neue Chefcoach heißt Stephan Swat. Der 40-jährige Immobilienkaufmann ist nun bei seinem Arbeitsgeber, dem Landratsamt des Erzgebirgskreises, auf Basis einer Stundenreduzierung beschäftigt. Sie ermöglicht es dem Handballlehrer, wöchentlich 20 Stunden für das Training sowie für die Spielvor- und nachbereitung zu nutzen. Die EHV-Gremien danken für dieses Entgegenkommen seitens der Landkreisbehörde. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Radek Musil , der die athletische – und Torhüter-Ausbildung übernimmt, stellt er sich den Herausforderungen der neuen Saison. Im Gespräch mit Dr. Hans-Joachim Schwochow konkretisiert Stephan Swat Erwartungen und Ansprüche an Team und Umfeld.

Chefcoach Stephan Swat. Foto: H.-J. Schwochow

Nach dem Trainingslager in Warnemünde mit Spielen gegen Oranienburg, Güstrow, Bad Schwartau und Rostock sowie dem 27:27 gegen den tschechischen Erstligisten Talent Plzen am 9. August endet für den EHV die Saisonvorbereitung. Wie fällt die Bilanz aus?

Im Wesentlichen positiv und dennoch sehr differenziert. Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Eric Meinhardt und Sebastian Paraschiv mussten wir besonders im Rückraum-Mitte nach Lösungen suchen, viel experimentieren und rotieren. Mit Philipp Jungemann und Janar Mägi bieten sich Alternativen an; vorausgesetzt, sie finden nach der Reha schnell zu alter Stärke zurück. Optimistisch stimmt die Verpflichtung des litauischen Nationalspielers Benas Petreikis. Er könnte unser Rückraum-Problem lösen.

Vorbereitungsknaller war die Partie gegen Erstligisten Füchse Berlin. Waren die Hauptstädter nicht eine Nummer zu groß für Ihre Jungs?

Keineswegs. Im Gegenteil! Nur gegen starke Gegner bekommen wir unsere momentanen Fehler schonungslos aufgezeigt. Vor allem in der Abwehr müssen wir zulegen und im Deckungsverbund auch körperlich dagegenhalten. Dass die Berliner im taktisch-technischen Bereich in der Lage sind, sich schnell auf den Gegner einzustellen, betrachte ich als völlig normal.

In ihrem 20 Spieler umfassenden Kader befinden sich 15 deutsche Akteure, acht davon aus dem eigenen Nachwuchs. Wir fällt Ihre Kurzcharakteristik der ausländischen Neuverpflichtungen aus?

Den litauischen Nationalspieler Mindauris Dumcius zeichnen Ehrgeiz, physische Präsenz und die Erfahrung aus 32 Länderspielen aus. Der Holländer Jort Neuteboom hat das Zeug dazu, besonders unsere Abwehr zu verstärken und damit die durch den Weggang von Bjarki Mar Gunnarsson entstandene Lücke zu schließen. Über Benas Petreikis sprach ich bereits. Ich betrachte es als glücklichen Umstand, dass er zu uns gekommen ist.

Die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs werden sicherlich noch keine Bäume ausreißen. Was erwarten Sie von den“ jungen Wilden“?

Ich erwarte, dass sie ihre Chance nutzen, um ihren nächsten leistungssportlichen Schritt zu gehen. Sie müssen jedes Spiel und jede Trainingseinheit mit den „Großen“ bewusst nutzen. Und sie leiten einen langfristig angelegten Verjüngungsprozess ein. Das beziehe ich auch auf Sebastian Naumann, der vom SC DHfK Leipzig zu uns kam. Jonathan und Simeon Fischer oder Franz Schauer kommen weiterhin im Juniorteam zum Einsatz; Jonathan ist sogar noch für die A-Jugend spielberechtigt. An dieser Stelle danke ich der SG Nickelhütte Aue für ihre ausgezeichnete Nachwuchsarbeit.

Müssen sich die Fans nach der Island-Ära auf eine völlig andere Spielweise einstellen?

Nein. Handball bleibt Handball. Sicherlich wird das aktuelle Team eine eigene Mentalität entwickeln und sich zu einem Gutteil auch neu definieren. Viel wichtige ist, dass die Mannschaft und das gesamte Umfeld als Einheit auftreten, dass jeder Vollgas gibt, eine Siegermentalität entwickelt und sein eigenes ICH in den Dienst der Mannschaft stellt. Das gilt besonders für Auswärtsspiele. Die Bilanz der letzten Saison muss uns alle sehr nachdenklich stimmen.

Die 2. Liga gilt als stärkste der Welt. Wird da nicht ein wenig übertrieben?

Aus meiner Sicht: Nein! Wo gibt es schon eine 2. Liga, in der sich fast alle Teams auf Augenhöhe bewegen? Von den Bundesliga-Absteigern Bergischer HC und HSC 2000 Coburg einmal abgesehen, kann jeder jeden schlagen. Dass wir als EHV hier mitmischen, macht mich sehr stolz und bedeutet eine tägliche Herausforderung. Diesen Stolz auf IHRE Mannschaft wünsche ich mir auch von allen Fans; unabhängig von Sieg oder Niederlage. Packen wir gemeinsam die Saison 2017/2018 an. Ich freue mich!

 

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