LKA: „Fuß vom Gas!“
Region. Es ist der Albtraum aller Mütter und Väter. Wenn am Montag, dem 7. August das neue Schuljahr startet, beginnt auch das Bangen vieler Eltern, dass ihre Kinder heil und gesund zur Schule und wieder zurück kommen.
Wie die Verkehrsunfallstatistik des Freistaates Sachsen belegt, stieg im letzten Jahr die Zahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten Jungen und Mädchen um knapp ein Prozent. (1.312 – 2015, 1.324 – 2016). Dabei seien die meisten Kinder (519) als Mitfahrer in Fahrzeugen verunglückt, 398 mit dem Radfahrer und 333 als Fußgänger. Vier Kinder verunglückten tödlich.
„Insbesondere unsere jüngsten Grundschüler, die Erstklässler, werden neben den vielen Veränderungen ihres Alltags vor neue Herausforderungen gestellt“, erklärt hierzu das Landeskriminalamt Sachsen (LKA). Viele Eltern würden zwar anfangs ihre Kleinen noch begleiten. „Doch schon nach wenigen Wochen bedeutet es für einige von ihnen, ihren Schulweg zunehmend selbstständig meistern zu müssen.“
Damit Kindern und ihren Eltern solche tragischen Schicksale erspart bleiben, appelliert das LKA an alle Verkehrsteilnehmer, aufmerksam zu bleiben, rücksichtsvoll zu fahren und den „Fuß vom Gas“ zu nehmen.
Eltern von Schulanfängern empfiehlt das LKA:
• Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind bereits vor der Einschulung den künftigen Schulweg fest! Beachten Sie dabei, dass der kürzeste nicht immer auch der sicherste Weg ist!
• Üben Sie mit Ihrem Kind das Verhalten an unübersichtlichen Straßen und Kreuzungen! Große Gefahrenstellen sind dabei möglichst zu meiden.
• Achten Sie besonders in der dunkleren Jahreszeit auf gut sichtbare Bekleidung und Schultaschen mit entsprechenden Reflektoren.
• Wichtig ist, dass sich Ihr Kind rechtzeitig, ausgeschlafen und nach Möglichkeit bereits mit einem Frühstück versorgt auf den Schulweg begibt. Unter Zeitnot und Stress neigen Kinder noch mehr zur Unaufmerksamkeit!
• Bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel muss das Kind wissen, was beim Ein- bzw. Aussteigen und beim Verhalten im Bereich von Haltestellen zu beachten ist. Eines der Hauptprobleme ist und bleibt das „Hinter dem Bus/der Bahn über die Straße rennen“. Vermitteln Sie Ihrem Kind hier eine genaue Abfolge! Auf dem Gehweg warten, Bus oder Bahn abfahren lassen, bei freier Sicht die Straße überqueren und zwingend Ampeln oder Überwege nutzen.
• Mit dem Fahrrad sollen Kinder ohne Begleitung erst nach der Radfahrausbildung in der 4. Klasse zur Schule fahren. Ihr Kind sollte beim Fahrradfahren immer einen Helm tragen!
• Wenn Sie Ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, sichern Sie es mit geprüftem Kinderrückhaltesystem (EU-Norm)! Beachten Sie bitte, dass Sie Ihr Kind nicht verkehrswidrig in zweiter Reihe aus dem Auto steigen lassen. Viel sicherer für alle Verkehrsteilnehmer ist es, das Kind über die Beifahrerseite aussteigen zu lassen.
• Kinder lernen von Vorbildern. Das wichtigste Vorbild sind die Eltern. Daher sollten Eltern als Verkehrsteilnehmer selbst besonders verantwortungsbewusst sein und die allgemeinen Verkehrsregeln einhalten.
Polizei unterstützt bei Prävention
Übrigens: Zur Unterstützung der Verkehrserziehungsarbeit bzw. dem Schulwegtraining in Kindertagesstätten sowie Grund- und Förderschulen stellt die sächsische Polizei seit Schuljahresbeginn 2015/2016 Präventionsmaterialen für die Durchführung von Elternabenden sowie die Arbeit mit Vor- und Grundschülern zur Verfügung. Die sächsischen Kindertagesstätten sowie Grundschulen können entsprechende Materialien eigenverantwortlich und kostenfrei beim Zentralen Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung bestellen. Nähere Informationen dazu auch unter: http://www.polizei.sachsen.de/de/37742.htm


