Annaberg-Buchholz. Mit „Goodbye Elterntaxi“, seiner mittlerweile 15. bundesweiten Clubinitiative zur Verkehrssicherheit, appelliert der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, aktuell an alle Familien mit Kindern im Vor- und Grundschulalter, das Elterntaxi möglichst stehen zu lassen. Ziel der Aktion ist es, Unfallgefahren im unmittelbaren Schulumfeld zu vermeiden und Kindern die Chance zu geben, selbständig sicher unterwegs zu sein.
Ehrenamtliche des ACE-Kreises Sachsen-Süd checkten dazu am heutigen Aktionstag (14.05.2019) vor der Grundschule „An der Riesenburg“ in Annaberg-Buchholz den morgendlichen Bringverkehr. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nur 19,67 Prozent der Kinder, die hier morgens zur Schule kommen, wurden mit dem elterlichen Auto gebracht. Darüber hinaus verhielten sich Autofahrerinnen und Autofahrer im nahen Umfeld der Schule überwiegend rücksichtsvoll und regelkonform.
Jörg Petzold, Pressesprecher des ACE-Kreises Sachsen-Süd: „Die Beobachtungen des heutigen Tages stimmen uns positiv. Darüber, wie wichtig Rücksichtnahme gegenüber den schwächsten Verkehrsteilnehmern ist, scheint man sich in Annaberg-Buchholz bewusst zu sein. Mit Blick auf die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die ohne Auto ihren Schulweg zurücklegen, kann man die Eltern loben. Hier bekommen Kinder die Chance, Sicherheit im Straßenverkehr zu erlangen, durch ganz praktisches Üben – zu Fuß, mit dem Rad und in der Gemeinschaft.“
Kinder bei Eigenständigkeit unterstützen
Hintergrund der ACE-Aktion sind die vielerorts zu beobachtenden, riskanten Park- und Wendemanöver der Elterntaxis, einhergehend mit zu viel Verkehr vor Schulen, der die Unfallgefahr für Kinder erhöht. Währenddessen bleiben die zu erlernende Verkehrskompetenz und die gesunde Bewegung für die Kinder auf der Strecke. Der ACE will deutschlandweit auf die Fakten aufmerksam machen und bei Eltern das Bewusstsein schärfen, wie wichtig es ist, aktiv Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln.
„Auf dem Rücksitz eines Autos können Kinder keine Sicherheit im Straßenverkehr erlernen. Das wollen wir verdeutlichen und Eltern dazu auffordern, sich Zeit zu nehmen, um mit ihrem Nachwuchs gemeinsam im Straßenverkehr zu üben – am besten zu Fuß. Wenn der Weg zu lang ist, sollten die Schüler zumindest die letzten 500 Meter eigenständig zurücklegen“, erläutert Jörg Petzold.
Für Eltern und Kinder entstehen vielfältige Chancen: Freundschaften werden geschlossen und Ängste sowie Bewegungs- und Koordinationsdefizite abgebaut. Und auch Eltern wird geholfen, ihre Angst um das eigene Kind abzubauen. Wer seinem Kind möglichst viel abnehmen möchte, beraubt es wertvoller Erfahrungen und Trainingssituationen. Die ACE-Aktion „Goodbye Elterntaxi“ will aufklären, helfen und unterstützen.
Mehr als 1.000 Schulwegmaßnahmen bislang
Mit weit über 1.000 Schulweg-Maßnahmen des ACE konnten bundesweit in den vergangenen Jahren etliche Kinder fit für den eigenständig zurückgelegten Schulweg gemacht werden. Die ACE-Aktion „Goodbye Elterntaxi“ läuft deutschlandweit noch bis September 2019. Anschließend wird der ACE eine bundesweite Auswertung vorlegen.
PM



