Samstag, 17. Oktober 2026

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Auf den Spuren der Mönche

Das Landesamt für Archäologie Sachsen hat mit seinen Untersuchungen auf dem Areal des ehemaligen Franziskanerklosters in Annaberg-Buchholz begonnen. wochenendspiegel.de wollte es genauer wissen und fragte nach, was man sich erhofft, dort zu finden.

Von Andre Kaiser

· 2 Min. Lesezeit

An den alten Klostermauern in Annaberg-Buchholz rührt sich etwas. Hier hat das Landesamt für Archäologie mit ersten Grabungsarbeiten begonnen. Foto: André Kiaser

Annaberg-Buchholz. Das Landesamt für Archäologie Sachsen hat mit seinen Untersuchungen auf dem Areal des ehemaligen Franziskanerklosters begonnen. Durch die Grabungen, die voraussichtlich bis Anfang des nächsten Jahres andauern sollen, erhoffen sich die Fachleute aus Dresden Aufschlüsse über den Erhaltungszustand der Relikte dieses „für die Frühzeit der Stadt bedeutsamen Ensembles“.

Auf Anfrage von wochenendspiegel.de wurde seitens des Landesamtes für Archäologie Sachsen erklärt, dass die Wahrscheinlichkeit groß sei, am Standort des 1502 gegründeten und 1540 wieder aufgelösten Franziskanerklosters bauliche Relikte und Gegenstände aus der Klosterzeit zu finden, da der größte Teil der Fläche bislang nicht überbaut worden sei. „Historische Pläne und selbst heute noch sichtbare Mauern legen nahe, dass Grundmauern in weiten Teilen noch erhalten sein können“, so Dr. Christoph Heiermann, gegenüber unserer Redaktion. Der Referatsleiter des LfA weiter: „Für Ergebnisse ist es jetzt noch zu früh, da die Grabungen gerade eben begonnen haben. Zunächst muss erst einmal die Oberfläche freigemacht werden. Befunde wie etwa Mauern, Gräben oder Gruben werden dokumentiert, fotografiert, eingemessen und beschrieben. Die Funde werden dann geborgen und nach Dresden in die LfA-Zentrale zur weiteren Aufbereitung gebracht. Eigentümer der Funde, soweit sie nicht einem rechtmäßigen Besitzer zuzuordnen sind, ist nach dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz § 25 (Schatzregal) der Freistaat Sachsen.“

Stumme Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Hier, mitten in der Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz thronte einst, vor 500 Jahren, ein Franziskanerkloster. Heute stehen nur noch Mauerreste. Foto: André Kaiser
Stumme Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Hier, mitten in der Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz thronte einst, vor 500 Jahren, ein Franziskanerkloster. Heute stehen nur noch Mauerreste.
Foto: André Kaiser

Zum weiteren Ablauf der Grabungen teilte das LfA mit, dass zwei Grabungsabschnitte festgelegt worden seien. Der erste liege im Bereich des Parkplatzes vor dem Amtsgericht sowie im Bereich des ehemaligen Kirchenraumes und der derzeitigen Grünfläche. Der zweite Grabungsabschnitt würde im Oktober dieses Jahres folgen und befinde sich im Bereich der Anbauten des Finanzamtes sowie nördlich des Amtsgerichts. Zusätzlich werde es eine Sondierungsgrabung im Innenhof der Alten Post geben.

Eine Verzögerung oder gar Gefährdung für den Bau des Finanzamtes bestehe allerdings nicht, versicherte Dr. Christoph Heiermann. „Die Grabungen finden in engster Koordination und mit Unterstützung des Bauherren – dem Staatsministerium der Finanzen – statt, vertreten durch das Sächsische Immobilien und Baumanagement. Mit ihm sind die Zeitpläne der verschiedenen Grabungsphasen abgestimmt“, so der Referatsleiter abschließend.

Die Grundstücke Klosterstraße 6-10, Klosterstraße 12 und Magazinstraße 16 bilden das Baufeld für das künftige Finanzamt Annaberg. Für dessen Unterbringung sind umfangreiche Baumaßnahmen notwendig. Die archäologischen Grabungen sollen die Grundlage bilden.

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