Sonntag, 18. Oktober 2026

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Blitzer: alle zwei Minuten ein Treffer

Letzten Mittwoch (19.04.2017) kassierte das Ordnungsamt wieder Temposünder im verkehrsberuhigten Bereich auf dem Annaberger Marktplatz ab, "zum Schutz der Fußgänger", wie es heißt. Lesen Sie, wie viele Fahrzeugführer in die Radarfalle tappten und warum es hätten eigentlich viel mehr sein müssen.

Von Andre Kaiser

· 2 Min. Lesezeit

Annaberg-Buchholz. Für Autofahrer ist der belebte Marktplatz im Herzen der Bergstadt seit geraumer Zeit ein heißes Pflaster, da hier das Ordnungsamt in regelmäßigen Abständen Geschwindigkeitskontrollen durchführt, zum Ärger vieler Fahrzeugführer, die hinter der Aktion eine gezielte „Abzocke“ der Stadt vermuten.

Die Stadt hingegen begründet ihr Vorgehen mit einem hohen Aufkommen an Fußgängern in dem Bereich und den Schutz der Passanten, vor allem der Kinder. Fußgänger dürften weder gefährdet, noch behindert werden, haben gegebenenfalls sogar „Vorfahrt“, so der sinngemäße Wortlaut der Messstellenliste, die auf der Homepage der Stadt einzusehen ist. „Der Bereich des Marktes soll als Aufenthaltsort dienen, an dem man ungestört einkaufen und verweilen kann.“

93 Temposünder

Ein Grund der jüngsten Blitzaktion am letzten Mittwoch, dem 19. April, war die Ferienzeit und das damit einhergehende erhöhte Fußgängeraufkommen. Zur Messzeit wäre insbesondere mit vielen Kinder zu rechnen gewesen.

So positionierten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ihre mobile Messstation in einem schwarzen Renault Megane nahe der WochenSpiegel-Geschäftsstelle. Auf Anfrage der Redaktion informierte die Pressestelle der Stadt, dass an dem Tag „im Zeitraum zwischen 8.45 und 12.31 Uhr die Geschwindigkeit von insgesamt 496 Fahrzeugen gemessen wurde, von denen 93 Überschreitungen festgestellt worden sind.“ Bedeutet, dass das Gerät alle 144 Sekunden auslöste.

Was allerdings die wenigsten wissen, ist, dass der Grenzwert nicht auf die zulässigen 7 bis 9 km/h, sondern auf 19 km/h eingestellt war. Pressesprecher Matthias Förster: „Dieser Grenzwert beträgt bereits mehr als das Doppelte der auf dem Markt zulässigen Höchstgeschwindigkeit.“ Und dennoch war in der Zeit nahezu jedes fünfte Fahrzeug in dem Bereich zu schnell unterwegs. „Damit sind alle 93 festgestellten Überschreitungen auch als drastisch einzuschätzen“, so Förster.

Spitzenreiter mit 35 km/h gemessen

In Zahlen ausgedrückt entspricht dies voraussichtlichen Bußgeldern in Höhe von bis zu 1.200 Euro, 5,30 Euro pro Minute. „Die Messungen sind aus verständlichen zeitlichen Gründen noch nicht ausgewertet. Deshalb können nur ungefähre Angaben gemacht werden“, heißt es seitens der Stadt. Mit Post vom Ordnungsamt dürften die 93 Temposünder innerhalb der nächsten zwei Wochen rechnen.
Ob die Maßnahme Autofahrer dazu bewegt, künftig auf dem Marktplatz den Fuß vom Gas zu nehmen, bleibt offen. Sicher hingegen ist, dass in dem Bereich auch weiterhin mit unregelmäßig wiederkehrenden Messungen gerechnet werden muss.

Übrigens: Das schnellste Fahrzeug wurde mit 35 km/h gemessen. Dem Temposünder droht jetzt voraussichtlich ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro und ein Punkt im Zentralregister in Flensburg.

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