
Foto: Falk Schulze/Sport Concepte Bad Schlema
EHV zwischen Desaster und Hoffnung
Aue. Einen Sieg in Nordhorn konnten nur die kühnsten Optimisten von den Zweitliga-Handballern des EHV Aue erwarten, war das Team in der Emslandarena doch noch nie siegreich. Vier Niederlagen mussten die Erzgebirge bislang notieren – doch die fünfte erschreckte selbst Pessimisten, die mit einem Misserfolg gerechnet hatten. Die Auer holten sich in Nordhorn eine Zwölf-Tore-Packung ab, unterlagen 16:28. Desaströs!
Das sah auch Manager Rüdiger Jurke so: „Wie wollen wir mit 16 geworfenen Toren gewinnen, wenn wir auch noch 17 technische Fehler machen? Ball fangen und Ball abspielen wie in der B-Jugend. Wenn es nicht so ernst wäre, müsste man darüber lachen. Über 20 oder 25 vergebene Chancen will ich gar nicht reden. Björn Buhrmester im Nordhorner Tor ist ein überragender Torhüter.“
Selbst die Gastgeber waren von der Auer Schwäche überrascht. Die Lingener Tagepost schreibt: „Die Gastgeber hatten bei ihrem klarsten Saisonerfolg nur wenig Mühe mit den Auern, die phasenweise nur ein Spielball für das Zwei-Städte-Team waren. Verwundert über die Vorstellung der Sachsen zeigte sich Alex Terwolbeck, der in der Spielgestaltung Akzente setzte. ‚Mit dem EHV in dieser Form hatten wir nicht gerechnet.‘ Dabei verfüge Aue über starke Einzelspieler.“
Starke Einzelspieler, die aber im Moment die Leistung nicht abrufen. Jurke: „Unsere Aufbauspieler machen quasi Wurftraining, treffen überhaupt nicht das Tor. Ausgenommen vielleicht der junge Remke. Alles andere ist Schrott, was wir im Angriff darbieten. Das macht mich sehr traurig.“
Der EHV ist Tabellenletzter, war von einigen Experten vor der Saison sogar als Aufstiegs-Geheimtipp gehandelt worden. Jurke: „Ich habe so etwas in 25 Jahren noch nicht erlebt. Unser Ziel kann jetzt nur der Klassenerhalt sein. Gegen Ferndorf muss jetzt ein Sieg her.“
Jurke hofft auf die Fans, die das Team so unterstützen müssen, wie in den letzten Spielen und zieht Kraft aus den wenigen positiven Ansätzen, die er in Nordhorn gesehen hat: Ein gut haltender Wetzel, ein immer wieder an den Ketten ziehender Remke.
Der Manager: „Jetzt gilt es gegen Ferndorf zu gewinnen. Da gibt es keine Ausreden von wegen Druck oder so. Das will ich nicht mehr hören. Jeder hat Druck. Ich habe Druck, Sponsoren zu gewinnen. Jede Firma hat Druck, Aufträge reinzuholen. Jeder Arbeiter hat Druck. Damit müssen die Spieler einfach umgehen können.“


