Täglich exklusive Kolumne von Eric Frenzel
Von Sven Günther
Kurort Oberwiesenthal. Er ist Weltmeister, Olympiasieger und einer der erfolgreichsten Wintersportler der Welt. Viermal gewann Eric Frenzel (Foto) den Gesamtweltcup in Serie.
Jetzt beginnt für ihn mit dem Sommer-Grand-Prix die Wettkampfsaison 2016/17 – und er hat sich wieder Siege vorgenommen!
Unsere Leser können unter www.wochenendspiegel.de im Internet wie schon im letzten Winter exklusive Kolumnen von Eric Frenzel lesen.
Im Rahmen des FIS Sommer Grand Prix in Oberwiesenthal lädt das Energieversorgungsunternehmen eins zur Gesprächsrunde und Autogrammstunde mit Eric Frenzel ein. Nach dem Wettbewerb wird Eric Frenzel unter anderem über die Zeit in Oberwiesenthal und die Saisonvorbereitung sprechen.
Datum: 28. August 2016
Ort: Oberwiesenthal, Best Western Ahorn Hotel Birkenhof, Vierenstraße 18, Raum Berlin
Ablauf: 15:30 Uhr – Gesprächsrunde
16:00 Uhr – Autogrammstunde
Das nordische Monaco
Von Eric Frenzel
Ob man Oberwiesenthal unbedingt mit Monaco vergleichen kann, ist nicht so ohne weiteres beantwortbar. Fest steht, dass es eine eindeutige Parallele gibt. Was für Formel-1-Piloten mit ihren Boliden der Stadtparcours in Monaco ist, ist für uns Kombinierer das Gassenlabyrinth von Oberwiesenthal. Zugegeben – es handelt sich um andere Geschwindigkeiten, aber wir müssen jedenfalls die gleiche Konzentration walten lassen, wie die Rennfahrer, wenn wir für uns schlimme Folgen verhindern wollen.
Für die Fans und Zuschauer ist es ein einmaliges Spektakel, so nah wie denkbar an den Athleten dran zu sein und auch für uns Wettkämpfer ist es immer wieder schön, durch die Massen zu fahren und frenetisch angefeuert zu werden. Aber in der Tat ist es so, dass ein Straßenwettkampf mit Rollerski ein besonderes Unterfangen darstellt, bei man achtsam sein muss. Gulli-Deckel auf den Straßen, Pflastersteinabschnitte und manchmal auch kleinste Steinchen auf dem Teer können einen im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Gleichgewicht bringen – und dies kann bei 35km/h auf der Ebene oder 50 km/h auf den Abfahrten für arge Blessuren sorgen, die manchmal auch das Saisonaus bedeuten können, da Beton und Teer bekanntlich härter als Schnee sind.
Achtsamkeit ist vor allem bei Überholmanövern in den Kurven und bei der langen Oberwiesenthaler Abfahrt angezeigt. An Nervenkitzel mangelt es also im Vergleich zur Formel 1 auch bei uns nicht.
Bleibt einzig noch weiterhin die Mondänität, die es zu vergleichen gilt. Während es in Monaco jede Menge exklusive Bars und Restaurants an der Streckenführung gibt, stehen wir mit Straßencafes, Bäckereien und Eisdielen nicht schlechter da. Ein Novum in der Geschichte des Sommer Grand-Prix und ein ganz klares Alleinstellungsmerkmal in Abgrenzung zum Formel-1-Event am Grimaldi-Palast, bei dem die Fahrer zu Fuß an ihre in Startstellung befindlichen Rennwagen gehen müssen, dürfte der Umstand sein, dass in diesem Jahr die Athleten vom Stadion zur Schanze per Bus geshuttlet werden, da die alte Liftanlage nicht mehr zur Verfügung steht. Das hat zumindest den Hauch von Komfort und Exklusivität. Kritische Geister werden noch einwenden können, dass in Oberwiesenthal das Meer und die Yachten fehlen, womit sie natürlich recht haben.
Wenn man allerdings wiederum die Begeisterungsfähigkeit des erzgebirgischen Publikums mit den manchmal bedeutungsleeren Blicken der monegassischen High-Society vergleicht, sollte dies wiederum für Oberwiesenthal ein klarer Pluspunkt sein.
Nach langem Abwägen der Argumente sollte man sich darauf einigen können, dass Oberwiesenthal so etwas wie das Monaco des Nordischen Sports sein könnte.
Spaß beiseite – wir Sportler freuen uns riesig, dass wir innerhalb eines internationalen Felds einen Wettkampf bestreiten können und dies, wie es aussieht bei mittelmeerähnlichem Wetter!
Herzlichst
Eric
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