Sonntag, 18. Oktober 2026

regionalspiegel. – Aktuelle Nachrichten, Verkehrsmeldungen und Events in Sachsen.

Gerüchteküche in Lössnitz

kommen Asylbewerber in den leergezogenen altersgerechten Block Nurmmer 46 in der Lößnitzer Neustadt?

Von Redaktion Regionalspiegel

· 2 Min. Lesezeit

Helga Wildner (links) legt Ruth Theidel einen Druckverband an unter fachkundiger Anleitung von Thomas Hofmann. Foto: Karina Kartach
Helga Wildner (links) legt Ruth Theidel einen Druckverband an unter fachkundiger Anleitung von Thomas Hofmann. Foto: Karina Kartach

Was ist dran an der Gerüchteküche? „Soll der bereits leergezogene altersgerechte Block Nurmmer 46 in der Lößnitzer Neustadt nun doch nicht abgerissen werden, um Flüchtlinge unterzubringen?“, fragte Gabriela Weck, Vorstandsmitglied im Verein Blinder und Sehbehinderter Aue-Schwarzenberg e.V. zum jüngsten Betreuungsgruppennachmittag in Lößnitz. „Der Abriss wurde gestoppt, ist jedoch nach wie vor geplant“, erklärteAlexander Troll. Der Bürgermeister stand mit anderen Gästen Rede und Antwort zu Fragen und Problemen.

Frank Prietsch, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Wismut Lößnitz /Aue e.G., verwies darauf, dass es zwar einen Fahrstuhl im altersgerechten Block gegeben habe, doch die kleinen Einraumwohnungen heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen. „Leer stehende Wohnungen sind ein Problem, denn sie schlagen mit rund 40 Prozent des Heizungsverbrauches zu Buche“, betonte Prietsch, der die Entscheidung der Wohnungsbaugesellschaft Lößnitz mbH, den Block vom Markt zu nehmen, als notwendige Maßnahme sieht. Die Versorgungsleitungen sind bereits gekappt. Die Ausschreibung des Rückbaus läuft. Sollte die Politik nicht noch eine andere Entscheidung treffen, wird der Block im kommenden Jahr vom Markt genommen. Derzeit leben 24 Asylbewerber, in der Hauptsache Familien, in der Lößnitzer Neustadt in sechs Wohnungen. Zwölf Flüchtlinge sollen im Dezember kommen. Nach Plan hätten bis 31.12.15 durch die Verdoppelung der Aufnahmeverpflichtung bereits 98 Asylbewerber untergebracht werden sollen. Doch zuerst müssen die Wohnungen instant gesetzt werden (Erneuerung der Elektrik, teilweise neue Fliesen- und Bodenbeläge sowie Sanitäranlagen). Ende 1. Quartal 2016 wird diese Aufgabe erfüllt sein. Bis Ende 2016 soll Lößnitz dann insgesamt 188 Asylbewerber aufgenommen haben. „Wir hoffen auf private Unterbringung. Auch die Kirchgemeinde hat Unterstützung signalisiert“, so der Bürgermeister. Er stellte klar, dass bei 8713 Einwohnern (Stand 16.11.15) die Unterbringung der Flüchtlinge bisher die Stadt nicht überfordere. Auf Unverständnis stieß die Tatsache, dass anerkannte Asylbewerber wieder aus den Erstbezugswohnungen ausziehen müssen, um sich selbst eine Bleibe zu suchen.

Thema der Diskussion war zudem der Stand der Fernwärme-Trassenerweiterung zum Wohngebiet „Alte AWG“. „Gut zwei Drittel sind geschafft. Nach der Winterpause werden die Arbeiten Mitte April weitergehen und bis Mitte 2016 abgeschlossen sein“, informierte Sven Leichsenring, Geschäftsführer der Lößnitzer Fernwärmeversorgung. Im Anschluss konnten die Teilnehmer noch ihr Wissen im Erste-Hilfe-Kurs auffrischen. Thomas Hofmann, ehrenamtlicher Ausbilder beim Deutschen Roten Kreuz, zeigte, wie Verbände richtig angelegt werden. Nicht nur Marianne Weiß staunte, dass es mit ALU-Schicht bedampfte Pflaster und Kompressen gibt, und bei der Verletzung einer Arterie nicht mehr abgeschnürt, sondern abgedrückt werden sollte. 2016 werden die Lößnitzer gemeinsam mit den Auern alle Gruppennachmittage abhalten. Der Verein hat 36 Mitglieder und wünscht sich Verstärkung. „Wir planen eine Stilberatung und vieles mehr“, blickte Gabriela Weck voraus. krk

Kontakt Gabriela Weck, Tel: 03771 35854 oder Renate Müller 037755 2929  E-Mail: kontakt@vbs-asz.de

Mehr aus dem Erzgebirge

Alle →