„Gärten in der Stadt“
Annaberg-Buchholz. Kleingärten sind wichtige Bestandteile der Kommunen. Daher sollte auch die Öffentlichkeit über Wirken und Aktivitäten des Kleingartenwesens informiert werden. Eine gute Möglichkeit hierfür bietet sich derzeit durch den Landeswettbewerb „Gärten in der Stadt“. Dieser findet nur alle vier Jahre statt und wird vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie gemeinsam mit dem LV Sachsen der Kleingärtner e.V. unter dem Motto „Kleine Gärten – bunte Vielfalt“ ausgelobt.

Foto: André Kaiser
Insgesamt haben sich für den sachsenweiten Wettbewerb 2017 22 Kleingartenvereine mit ihren Projekten beworben, auch aus dem Erzgebirge. So zum Beispiel der KGV „Waldfrieden“ e. V. aus Annaberg-Buchholz. Dieser qualifizierte sich im letzten Jahr mit dem dritten Platz beim Wettbewerb um die schönste Kleingartenanlage des Erzgebirgskreises für die Teilnahme am Landeswettbewerb.
Der Verein besteht bereits seit mehr als hundert Jahren, hegt und pflegt in ehrenamtlicher Tätigkeit die von der Stadt gepachtete Fläche am Fuße des Pöhlberges aufopferungsvoll, so dass hier inzwischen eine echte kleine idyllische Oase fernab von Lärm und Stress entstand.
Eine harmonische Gemeinschaft
Insgesamt 39 Gärten mit einer Fläche von je rund 200 Quadratmetern und eine Gemeinschaftsfläche von rund 2.000 Quadratmetern gilt es in Schuss zu halten. Wie Herr Gärtner, seit zwei Jahren Vorsitzender des Vereins, erklärte, würde die Gemeinschaft, bestehend aus 39 Mitgliedern sehr miteinander harmonieren und sich gegenseitig unterstützen. Probleme könnten auf kurzen Wegen geklärt werden, Arbeitseinsätze würden gemeinsam erledigt. So konnten auch dank des handwerklichen Geschicks einiger Mitglieder zahlreiche Maßnahmen realisiert werden, wie beispielsweise der Bau und Erhalt des Vereinshauses mit Kantine, die Errichtung einer kleinen Spielecke, Zaunreparaturen oder die Erneuerung des Wasserleitungsnetzes.

Foto: André Kaiser
„In naher Zukunft steht übrigens die Erneuerung der Elektroleitungen bevor. Ich bin wirklich froh und dankbar, dass die Zusammenarbeit in unserem Verein so gut funktioniert“, freut sich der 37-Jährige. Um die Gemeinschaft weiter zu vertiefen, finden regelmäßig kleinere Grillfeste und alle fünf Jahre ein größeres Vereisfest statt. Leerstand gebe es nicht, dennoch müsse auch über den Tellerrand geschaut werden, da das Durchschnittsalter gegenwärtig bei 60 Jahren liege. „Wir haben einen relativ ausgeglichenen Mix. Unser ältestes Mitglied ist stolze 85 Jahre alt, das jüngste gerade einmal 28. Zudem zählen zu unserer Gemeinschaft insgesamt neun Kinder vom Baby bis zum Jugendlichen.“
Besuch aus Dresden

Foto: André Kaiser
Nun wurde es letzten Dienstag, 13.06., ernst, als eine Kommission aus Dresden dem Verein einen Besuch abstattete, um die Anlage in Augenschein zu nehmen und zu bewerten. Peter Paschke, Präsident des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner e.V., Jörg Krüger, Landesfachberater des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner e. V. und Knut Strothmann, Sächsische Gartenakademie, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ließen sich vom Vorsitzenden des KGV „Waldfrieden“ e. V. einiges über den Verein und den Kleingärten erklären. Im Anschluss führte er sie durch die Anlage, so dass sich die Jury ein umfassendes Bild machen konnte.
Wie der Verein beim Landeswettbewerb der schönsten sächsichen Kleingartenanlagen abscheidet, wird am 29.11.2017 zur Abschlussveranstaltung in Dresden bekannt gegeben.


