Sonntag, 18. Oktober 2026

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Mit Wasserstoff nach Las Vegas

Von Björn Max Wagener

· 2 Min. Lesezeit

Sichtlich erfreut zeigen sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bei der Übergabe des Schecks durch Karl Lötzsch, Geschäftsführer vom H2-Cluster Chemnitz. Foto: Förderverein der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge

Erzgebirger erringen mit ferngesteuertem Wasserstoffauto den Sieg

Annaberg-Buchholz. In der Arbeitsgemeinschaft an der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge (EGE) ist die Freude groß. Die EGE-Hydrofoxes konnten sich mit ihrem ferngesteuerten und mit Wasserstoff angetriebenen Fahrzeug im Deutschland Grad Prixes in Rostock durchsetzen. Mit 806 Runden in vier Stunden sicherte sich das Team das Ticket für Finale, welches im September in Las Vegas stattfindet.

Weit mehr als nur ein Spielzeug

Was auf den ersten Blick wie ein Spielzeug wirkt, ist jedoch viel mehr. In den kleinen Fahrzeugen steckt innovative Brennstoffzellentechnologie, welche für die richtige Geschwindigkeit sorgen soll. Gespeist wird diese Zelle über Wasserstoffpatronen.

Den Anfang nahm die Arbeitsgemeinschaft bereits 2019. Mit einem Starterset sollten die jungen Tüftler ins Leben gerufen werden. Schnell stießen die Schüler jedoch an die Grenzen und wollten mehr. Sie analysierten das Modell und entwickelten eigene Konstruktionen. Inzwischen sind die eigenen Rennmodelle komplett selbst entwickelte Fahrzeuge inklusive Steuerungstechnik und Karosserie. Viele der Teile sind aus Carbon und werden mittels 3D-Druck bei der Präma-Präzisionsteile GmbH in Königswalde gefertigt.

Foto: Förderverein der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge

Durch die Übertragung von Telemetrie-Daten, einer funkgestützten Messwertübertragung, ähnlich jener Technik in der Formel 1, gelingen dem Team inzwischen Boxenstopps von exakt drei Sekunden. Gegenüber dem Ausgangswert von 30 Sekunden eine erhebliche Verbesserung.

Enge Zusammenarbeit mit bekannten Partnern

Aktuell besteht das Projekt aus 15 Schülern und Ehemaligen. Leitete anfangs noch Physiklehrer Tobias Beyer das Projekt, hat er sein Zepter inzwischen an Florian Kabisch, einen ehemaligen Schüler und jetzigen FSJ’ler übergeben. Der beste Fahrer im Team und gleichzeitig das jüngste Teammitglied ist gerade einmal 12 Jahre alt. Bei Rennen in Las Vegas hoffen allem, dass er die entscheidenden Sekunden für den Sieg herausfährt.

Foto: Förderverein der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge

Inzwischen konnte sich das 15-köpfige Team auch bei bekannten Stellen Bekanntheit erlangen. So arbeitet man nicht nur mit dem H2 Netzwerk Chemnitz, sondern auch mit Partnern am Fraunhofer-Institut in Chemnitz zusammen. Mitte Juni 2023 präsentierte man sich zudem auf dem Kongress der Wasserstoffantriebe. Dabei zeigte man, dass das Thema Wasserstoff nicht nur für Forschung und Sonderprojekte eine hohe Relevanz besitzt, sondern auch an Gymnasien bereits an zukunftsweisende Entwicklungen arbeiten.

Von der Arbeitsgemeinschaft zum Traumberuf?

Animiert von den Erfahrungen in der Arbeitsgemeinschaft, wird vielleicht mancher nach dem Abitur selbst den Weg in die Forschung finden. So wie eben Team-Chef Florian Kabisch, der für die Wasserstofftechnik brennt und deshalb nach seinem freiwilligen Jahr an der TU Chemnitz Maschinenbau studieren möchte.

Neben dem deutschen Meistertitel und dem Ticket für die Weltmeisterschaft erhielt das Team der Hydrofoxes übrigens auch Preise für das innovativste und energieeffizienteste Auto bei der deutschen Meisterschaft.

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