Aue. Zum ersten Sponsorentreffen der neuen Saison hatte der Förderkreis (FK) für 23. August einen kompetenten Diskussionsgast eingeladen. Mit Martin Dulig begrüßten die Veilchenpartner am Mittwochabend in der Gaststätte „Stadionblick” den Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
Dass der Talk ein wenig später begann, störte keinen in der Runde, nutzte Dulig doch zunächst das Angebot, sich vor Ort über den Komplettumbau des Erzgebirgsstadion zu informieren. „Ich war zuletzt im Frühjahr, zum Heimspiel gegen Hannover 96, als Zuschauer hier. Alle Achtung, was in den wenigen Wochen seither wieder gewachsen ist!” lobte der Eingeladene und fügte hinzu: „Der FC Erzgebirge ist schon ein besonderer Verein, der ohne ein so großes Umfeld wie manch anderer klarkommt. Dafür meinen Respekt, gerade auch an die Sponsoren hier.”
„Wir möchten Ihnen, liebe Förderkreismitglieder, die Möglichkeit geben, auch außerhalb des Fußballs Fragen zu stellen und zwanglos mit Landespolitikern zu sprechen”, wünschte sich FK-Vorsitzender Manfred Jahn eingangs und wurde bestätigt. Um es vorweg zu nehmen, weder Dulig noch seine Begleiterin, die erzgebirgische Landtagsabgeordnete Simone Lang, machten in Parteipolitik. So ging es in den gut zwei Stunden Frage-Antwort-Spiel um Sachdinge – von Rente und Löhne, Verkehrsanbindung des Grenzlandkreises, Mitarbeitermotivation und Insolvenzrecht über die Themen Ausländerintegration und Bildung bis zur Rolle, die Sportvereine wie der FCE für die Identität einer Region bedeuten. Speziell das Verhältnis von akademischer und Berufsausbildung wurde intensiv erörtert. Man debattierte sachlich, stritt öfter auch heftig. Auf jeden Fall nach Ansicht von Teilnehmern eine sinnvolle Veranstaltung. Ihr sollen, plant Jahn, weitere Sponsorentreffen mit interessanten Gesprächspartnern folgen. Wo der Wirtschaftsminister kein Experte sei, beim Thema Fußball etwa, gab er das übrigens offen zu. So, als er nach dem Zwist zwischen DFB und einem Teil der aktiven Fanszene gefragt wurde: „Ich schaue mir gern
ein Volley- oder Fußballspiel an, am liebsten in Familie. Aber ich bin kein Fan, der die Fankultur lebt.”
Aufs Angebot aus dem Publikum, selbst dem Förderkreis als Mitglied beizutreten, reagierte Martin Dulig erst überrascht, dann meinte er schmunzelnd: „Ich denk drüber nach…”
Autor: Olaf Seifert


