Sonntag, 18. Oktober 2026

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„Schmutzige Praktiken in der Reinigungsbranche“

Bei der Überprüfung von 39 Firmen durch das Hauptzollamt Erfurt wurden im letzten Jahr 131 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der IG BAU ist dies zu wenig. Die Gewerkschaft kritisiert fehlende Kontrollen im Erzgebirgskreis und fordert eine Aufstockung des Personals.

Von Andre Kaiser

· 1 Min. Lesezeit

„Lohnprellerei und Steuerhinterziehung“

Erzgebirge. Laut einner Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamtes Erfurt seien im letzten Jahr 39 Reinigungsfirmen überprüft und dabei 131 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden – ein deutliches Indiz für „unsaubere Praktiken“ sagt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und fordert stärkere Kontrollen. Andreas Herrmann, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft: „Nicht nur im Baugewerbe, sondern auch in der Reinigung liegt vieles noch immer im Argen: Lohn-Prellerei, Steuerhinterziehung oder nicht gezahlte Sozialabgaben sind in der Region alles andere als eine Seltenheit.“

Zu wenig Prüfer

Mehr als 130 eingeleitete Ermittlungsverfahren bei nur 39 geprüften Betrieben sei eine ziemlich hohe Quote. Allerdings könne den Zöllnern kein Vorwurf gemacht werden. „Die Kontrolleure leisten eine enorm wichtige Arbeit. Es sind jedoch schlicht zu wenige. Ohne eine kräftige Aufstockung kommen die Prüfer ihren Aufgaben nicht hinterher“, so der Gewerkschafter. Diese Schwachstelle sei eine regelrechte Einladung für Wirtschaftskriminelle, Recht und Gesetz zu umgehen.

Die IG-Bau beruft sich bei der Zoll-Statistik auf eine Auswertung des Bundesfinanzministeriums für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke. Danach sank die Zahl der Kontrollen in der Gebäudereinigung zwischen 2015 und 2016 bundesweit um 21 Prozent. Im Bereich des Hauptzollamtes Erfurt sei die Überprüfungsquote im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent geringer gewesen.

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