Samstag, 17. Oktober 2026

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Sie freut sich über 24 Mio. Euro

Von Sven Günther

· 2 Min. Lesezeit

Dr. Julia Dünkel leitet ab sofort die Geschicke der Wismut-Stiftung. Foto: Michael Reicher/arifoto.de

Wismut-Stiftung plant Begegnungszentren

Region. Die Wismut. Immer noch geheimnisumwittert, fast mystisch. Tiefe Schächte, hohe Einkommen, elende Schinderei, ausgelassene Gelage, zerstörte Natur, unzerstörbare Freundschaften. Sprechen die Kumpel heute von früher, senken sich die Stimmen: „Weißt Du noch, damals…“ oder „Den Heinz hat es auch erwischt…Krebs.“
Um kein anderes Thema ranken sich so viele Geschichten und Legenden, wie um die Wismut. Dem wird jetzt Rechnung getragen. Die Wismut-Stiftung plant zwei Begegnungs- und Erklärungszentren. Eins in Harteinstein am Schacht 371, das zweite im ostthüringischen Ronneburg. 24 Millionen Euro stecken Bund, Sachsen und Thüringen in das Projekt.

Nico Loße, Mitglied der Geschäftsführung, erklärt: „In diesem Jahr werden die Pläne konzeptionell untersetzt. Wir sprechen mit Partnern, die mit uns zusammenarbeiten und das Erbe der Wismut präsentieren werden.“ Das Ziel: 2025, wenn Chemnitz Kulturhauptstadt Europas ist, soll in Hartenstein ein erstes kleines Zentrum fertig sein, das dann weiter ausgebaut wird. Dabei werde alte Bergbau genutzt, die teilweise noch in originalem Zustand vorhanden sind.

Alles mit einer neuen Chefin. Dr. Julia Dünkel leitet ab sofort die Geschicke der Stiftung.

Zuletzt war Frau Dr. Dünkel über viele Jahre Kämmerin und Fachbereichsleiterin Finanzen/Kultur in der Thüringer Stadt Pößneck. Sie hat einen starken Bezug zur Geschichte und Erfahrungen in einer kulturbezogenen Tätigkeit. Darüber hinaus verfügt sie über Praxiswissen in Beteiligungsverwaltung, Finanzen, Kämmerei und Steuern. Das preisgekrönte „Museum642 – Pößnecker Stadtgeschichte“ entstand unter ihrer Leitung.
Sie übernahm in der Vergangenheit auch die Projektleitung für die landesweite Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur. Innovatives Thüringen seit 1800“, welche 2018 anlässlich des Themenjahres „Industrialisierung und soziale Bewegungen in Thüringen“ stattfand.
In ihrer neuen Aufgabe an der Führungsspitze der Wismut Stiftung verantwortet sie gemeinsam mit Nico Loße die Geschicke des Unternehmens. Die Wismut Stiftung gGmbH soll in Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen und privaten Einrichtungen die Historie des Uranerzbergbaus in Sachsen und Thüringen mit seinen vielfältigen Auswirkungen einer breiten Öffentlichkeit vermitteln und zugänglich machen.

Hintergrund:

Die Stiftung ermöglicht ein Netzwerk zwischen heute noch losgelösten Ausstellungen, gleichzeitig sollen neue Präsentations- und Vermittlungsorte geschaffen werden. Mit der Stiftung besteht die Chance, die einzigartige Geschichte der Wismut in ihrer Bandbreite, mit ihren verbindenden Elementen, aber auch in ihrer Gegensätzlichkeit zu bewahren, sie weiter zu erforschen und im Gedächtnis nachfolgender Generationen zu verankern.
Am 3. September 2021 unterzeichneten die beiden Freistaaten Thüringen und Sachsen gemeinsam mit dem Bund ein Verwaltungsabkommen zum Umgang mit dem Wismut-Erbe. Im Dezember 2021 wurde die Wismut Stiftung gGmbH als Tochterunternehmen der Wismut GmbH gegründet und nahm 2022 ihr operatives Geschäft auf. Die Gesellschaft wird vom Bund und den beiden Ländern Sachsen und Thüringen mit insgesamt 24 Mio. Euro finanziert. Sowohl für die Wismut GmbH selbst als auch für ihre Tochtergesellschaft ist die Gründung ein besonderer, zukunftsgerichteter Weg und eine einmalige Chance.

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