Sonntag, 18. Oktober 2026

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„Spieglein, Spieglein…“

Das 1. internationale Märchenfilmfestival „fabulix“ in Annaberg-Buchholz ist Geschichte. Stellt sich nun die Frage: „Wie geht es weiter?“ Und wer könnte diese besser beantworten, als das Stadtoberhaupt selbst. Wir sprachen mit Oberbürgermeister Rolf Schmidt unter anderem über Atmosphäre, Emotionen und Reaktionen. Lesen Sie hier das gesamte Interview.

Von Andre Kaiser

· 4 Min. Lesezeit

Annaberg-Buchholz. Volle Ränge, tosender Applaus, fünf Tage Ausnahmezustand in der Adam-Ries- und Bergstadt…

Annaberg-Buchholz erlebte in der letzten Woche eine märchenhafte Zeit voller Emotionen. 19 Locations, 77 Aufführungen bekannter, aber auch neuer Märchenfilmproduktionen, teilweise bis zum letzten Platz ausgebuchte Filmvorführungen, knapp 20.000 Gäste – das 1. Internationale Märchenfilmfestival war ein Event der Superlative.

Nun ist in der Bergstadt wieder Alltag eingekehrt. Die Bühnen sind abgebaut, Straßensperrungen wieder aufgehoben. Der Zauber ist verflogen, jedenfalls optisch betrachtet. Doch bleibt „fabulix“ den Menschen im Gedächtnis? Bleibt die Magie des 1. Internationalen Märchenfilmfestivals bei Einwohnern und Besuchern emotional haften? Bleibt es ein einmaliges Event? Wie geht es jetzt weiter mit „fabulix“? Eine Frage, welche gegenwärtig noch nicht beantwortet werden kann. Trotz positiver Bilanz würden in den nächsten Wochen zunächst alle Ergebnisse und Erfahrungen ausgewertet werden, so die Information der Stadt.

Und wie hat der Oberbürgermeister „fabulix“ erlebt? Wir sprachen mit Rolf Schmidt über Atmosphäre, Emotionen und Reaktionen.

 

Redaktion: Wie fällt Ihr Resümee zum 1. Internationalen Märchenfilmfestival aus? Was fanden Sie gelungen? Was könnte beim nächsten Mal verbessert werden?

Rolf Schmidt: Als ich am vergangenen Sonntag auf dem Annaberger Marktplatz in die fröhlichen Gesichter so vieler jubelnder Menschen schauen konnte, wusste ich, dass wir unser Ziel erreicht hatten: Mit einem besonderen, einzigartigen Festival Emotionen zu wecken, Freude zu erzeugen und unsere Stadt in den Fokus eines überregionalen Medieninteresses zu rücken. Überwältigt bin ich von der durchweg positiven Resonanz zahlreicher Besucher, der anwesenden Stars und Ehrengäste, aber auch der Medien, die das Festival sehr gut aufgenommen und begleitet haben. Für eine detaillierte Einschätzung ist es aber noch zu früh. Wir werden uns mit allen Erfahrungen und Ergebnissen des Festivals intensiv befassen und eine gründliche Auswertung vornehmen.

 

Redaktion: Welches war der ausschlaggebende Punkt bezüglich der Tontechnik den Zuschlag einer auswertigen, und nicht einer hiesigen Firma zu geben?

Rolf Schmidt: Als öffentliche Verwaltung sind wir bei der Vergabe von Aufträgen an die dafür geltenden Vorschriften gebunden. Entsprechend der Vergabeordnung war ein EU-weites offenes Verfahren durchzuführen. Nach Bewertung der eingegangenen Angebote war das in einzelne Lose gegliederte Leistungspaket an auswärtige Firmen zu vergeben.

 

Redaktion: Von städtischen Händlern war zu hören, dass Gutscheine für ein Kaufhaus in Chemnitz ausgegeben wurden. Stimmt das?

Rolf Schmidt: Eine solche Aktion ist uns in Zusammenhang mit dem Märchenfilm-Festival nicht bekannt. Jedenfalls haben wir, als Veranstalter derartige Gutscheine nicht herausgegeben.

 

Redaktion: Waren die Eintrittspreise, speziell zu den einzelnen Veranstaltungen, Ihrer Meinung nach angemessen?

Rolf Schmidt: Aus unserer Sicht stand den Eintrittspreisen ein großes Paket an Leistungen gegenüber. Das betraf einerseits das Festival-Ticket zum Tagespreis von 8 Euro oder 18 Euro für das gesamte Festival und der damit verbundenen Möglichkeit, alle Filmvorführungen und Rahmenveranstaltungen wie Lesungen, Workshops, Kostüm- und Requisitenausstellung usw. an 19 einzelnen Festival-Location frei besuchen zu können. Zum Anderen gab es Tickets für ein hochwertiges zweistündiges Galakonzert, bei dem nicht nur die Erzgebirgische Philharmonie Aue sondern mehrere überregional bekannte Künstler zu sehen und zu hören waren zu einem vergleichsweise günstigen Preis von 45 Euro. In gleicher Weise konnten Tickets zum Preis von 20 Euro (ermäßigt 12 Euro) für eine tolle Eröffnungsshow mit anschließender Filmpremiere erworben werden.

 

Redaktion: Konnten Sie mit Besuchern sprechen. Wie war das Feedback aus ihrer Sicht?

Rolf Schmidt: Während und nach dem Festival habe ich persönlich immer wieder Begeisterung gespürt und großen Zuspruch erhalten. „Unglaublich, was ihr hier in kurzer Zeit organisiert habt“, „eine wahrhaft märchenhafte Athmosphäre in der Stadt“ und „Wann gibt es das nächste Festival?“ sind nur drei Beispiele für Reaktionen von Besuchern, die ich entgegen nehmen konnte. Eine Besucherin urteilt über das Festival mit folgenden Worten:  „Unsere Stadt und die gesamte Region sind hier und über die Grenzen hinaus durch diesen organisatorischen Kraftakt „Fabulix“ und dessen inhaltlicher Qualität nicht nur in ihrem Selbstwertgefühl gewachsen, sondern auch durch die Aufmerksamkeit der überregionalen Medien berechtigt bekannter geworden. Ein nahezu unbezahlbarer Image-Gewinn für die Stadt also – vermutlich, hoffentlich, sicherlich mit Langzeitwirkung.“

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