Artikel von: Redaktion Regionalspiegel
31.07.2026
Großenhain: Großenhain plant Wärmeversorgung und fragt Bürger zur Ertragsbeteiligung ab
Was ist los in Großenhain? Im städtischen Alltag passiert vieles, das über offizielle Kanäle bekanntgegeben wird. Wir haben uns umgesehen und die aktuellen kommunalen Informationen für Sie gesammelt.
Vier neue Defibrillatoren verbessern Notfallversorgung in Großenhain
Die Notfallversorgung im ländlichen Raum der Großen Kreisstadt Großenhain wird mit vier neuen Defibrillatoren verbessert. Dank einer Förderung aus der Förderrichtlinie LEADER konnten automatisierte externe Defibrillatoren (AED) samt Rettungssets, wettergeschützten Wandschränken und Hinweisschildern beschafft werden.
Die Geräte sollen in Kürze an den Feuerwehrgerätehäusern in den Ortsteilen Bauda, Strauch, Walda-Kleinthiemig und Zabeltitz installiert werden. Danach sollen sie rund um die Uhr öffentlich zugänglich sein. Nach Angaben der Stadt sind die neuen AED vor allem dazu gedacht, die Überlebenschancen bei Herz-Kreislauf-Notfällen außerhalb der Kernstadt zu erhöhen.
Die Anschaffung kostet insgesamt 10.727,42 Euro. Der Förderanteil liegt bei 60 Prozent. Als Auftragnehmer für die Lieferung wurde die HERZKÖNIG Medizintechnik GmbH aus Lübeck beauftragt.
Mit dem Vorhaben erweitert Großenhain die bereits vorhandenen Defibrillatoren in städtischen Einrichtungen. Zusätzlich werden die neuen Standorte in das Netzwerk des Vereins „Region der Lebensretter“ aufgenommen. Dadurch sollen die Geräte digital auffindbar sein.
Die Stadt verweist darauf, dass es bei einem Herz-Kreislauf-Notfall auf schnelle Hilfe ankommt. Mit den zusätzlichen Standorten in den Ortsteilen soll die Versorgung im Umkreis der Gemeinde weiter gestärkt werden.
Großenhain startet Online-Umfrage zur Ertragsbeteiligung aus Erneuerbare-Energien-Projekten
Die Stadtverwaltung Großenhain hat die öffentliche Online-Beteiligung zur Mittelverteilung und Verwendung der Ertragsbeteiligung aus Projekten der erneuerbaren Energien gestartet. Bürgerinnen und Bürger können bis einschließlich 31. August 2026 Anregungen, Hinweise und Stellungnahmen zu einem ersten Entwurf des Strategiepapiers „Ertragsbeteiligung“ einreichen.
Grundlage ist das Sächsische Erneuerbare-Energien-Ertragsbeteiligungsgesetz, mit dem der Freistaat Sachsen einen rechtlichen Rahmen geschaffen hat. Danach sollen nicht nur die Kommunen, sondern auch die Menschen vor Ort von den wirtschaftlichen Vorteilen erneuerbarer Energien profitieren. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde der Entwurf bereits in den Stadtrat eingebracht und in der Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ beraten. Nun soll das Papier weiterentwickelt werden.
Ziel der Beteiligung ist es, die Bürgerschaft frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden. Die eingehenden Rückmeldungen sollen in die weiteren Beratungen und Entscheidungsprozesse einfließen. In dem Entwurf wird nach Angaben der Stadt auch die Mittelverteilung aus den Erträgen des geplanten Windparks Skassa beschrieben. Dieses Vorgehen soll später auf weitere Großprojekte übertragen werden, darunter Windkraft- und PV-Freiflächenanlagen.
Mit der Online-Beteiligung will die Stadt nach eigenen Angaben einen Rahmen schaffen, um die Erträge aus solchen Vorhaben nachvollziehbar und gemeinsam zu beraten. Die Beteiligung läuft seit dem 14. Juli 2026.
Stadtrat beschließt Kommunale Wärmeplanung für Großenhain
Großenhain hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer künftigen Wärmeversorgung ohne fossile Rohstoffe gemacht: Der Stadtrat hat am 24. Juni 2026 die Kommunale Wärmeplanung beschlossen. Damit ist die konzeptionelle Phase abgeschlossen und der Übergang in die konkrete Umsetzung der Wärmewende vor Ort markiert.
Die Stadtverwaltung hat den Plan gemeinsam mit SachsenEnergie erarbeiten lassen, das den Prozess fachlich begleitet hat. Der Wärmeplan soll als strategische Orientierung für die kommenden Jahre dienen. Er gibt erstmals einen gesamtstädtischen Überblick darüber, welche Heizlösungen in welchen Teilen Großenhains sinnvoll sein könnten, und zeigt Perspektiven für eine deutliche Reduktion fossiler Energieträger bis 2045 auf.
Für die Planung wurde das gesamte Stadtgebiet einschließlich aller Ortsteile analysiert. Untersucht wurden der aktuelle und zukünftige Wärmebedarf, vorhandene Versorgungsstrukturen sowie Potenziale für erneuerbare Energien und Abwärme. In dicht bebauten Gebieten stehen vor allem bestehende und perspektivische Wärmenetze im Fokus, insbesondere in der Kernstadt. Auch in Zabeltitz und Skäßchen wurde die Eignung für zukünftige Wärmenetze geprüft.
Für weniger dicht besiedelte Ortsteile beschreibt der Wärmeplan dezentrale Heizsysteme wie Wärmepumpen als geeignete Lösung. Der Plan soll damit eine Grundlage für weitere Entscheidungen in den kommenden Jahren schaffen.
Wichtig ist laut Stadt außerdem: Aus dem Wärmeplan ergeben sich weder Verpflichtungen zum Heizungstausch noch ein Anspruch auf eine bestimmte Versorgungsart.
Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf aktuellen Informationen der entsprechenden Webpräsenzen der Gemeinde erstellt. Änderungen sind vorbehalten.