Start Im Freistaat Sachsen geht es mit großen Schritten in Richtung erfolgreiche Digitalisierung
Artikel von: Redaktion Regionalspiegel
28.10.2025

Im Freistaat Sachsen geht es mit großen Schritten in Richtung erfolgreiche Digitalisierung

Quelle: Adobestock/vegefox.com

In der Region macht sich der digitale Fortschritt an vielerlei Standorten bereits bemerkbar. Große Metropolen wie Leipzig verwandeln sich langsam zu technologischen Hotspots und auch weitere Lebensbereiche gestalten sich mittlerweile moderner und komfortabler. Trotzdem konnten die selbstgesteckten Ziele der Landesregierung bis dato nicht erreicht werden. Wo muss noch nachgebessert werden und auf welche Fortschritte darf das Land stolz sein?

Wenn es um das digitale Engagement innerhalb Deutschlands geht, dann spielt Sachsen ganz vorne mit. Die dicht bevölkerten Regionen und Städte wie Dresden, Chemnitz und Leipzig sind wahre Start-up-Magneten, in welchen sich reichlich Technologiezentren formen. Viele junge Gründer erkennen das Potenzial, welches der Standort Sachsen ihnen bietet. Wirft man jedoch einen Blick auf die eher ländlich gelegenen Regionen, so zeigt sich hier an vielen Stellen weiterhin ein deutlicher Kontrast zu den florierenden Metropolen des Freistaats.

Im aktuellen Bundesvergleich liegt Sachsen laut dem Bitkom Länderindex aus dem vergangenen Jahr (2024) auf der 8. Position mit insgesamt 59,5 Punkten. Schaut man sich die Ergebnisse jedoch etwas genauer an, so ist zu erkennen, dass sich Sachsen in den Bereiche „Digitale Verwaltung“ und „Digitale Gesellschaft“ in der Gesamtwertung jeweils auf dem 3. Platz positionieren kann. Diese Platzierungen weisen deutlich darauf hin, dass die Region auf dem richtigen Weg ist. In den ländlichen Landkreisen rundherum um Leipzig, Meißen oder Grimma ist der Fortschritt an vielen Stellen sichtbar. Zahlreiche Kommunen digitalisieren ihre internen Verwaltungsprozesse. Sie stellen E-Bürgerdienste zur Verfügung und nutzen Förderprogramme für den Ausbau von Breitbandinternet und dem mobilen 5G-Netz. Einige Gemeinden klagen jedoch auch weiterhin über schlechten Handynetz-Empfang und fehlende Glasfaseranschlüsse.

Eine effiziente digitale Infrastruktur als Grundlage für Expansion 

Bereits seit einigen Jahren investiert die sächsische Landesregierung in eine den Ausbau der digitalen Infrastruktur Sachsens. Das Ziel, jeden Haushalt mit einem 100 Mbit/s-Internetanschluss bis 2025 zu versorgen, konnte jedoch nicht komplett erreicht werden. 

Laut offiziellen Angaben des SMWA (Sächsisches Wirtschaftsministerium) verfügen bis dato circa 88 % aller Haushalte über einen „gigabitfähigen“-Internetanschluss. Trotzdem ist dies ein kleiner Erfolg, denn dieser Wert belegt einen Zuwachs von mehr als 15 % innerhalb nur eines Jahres. Die ländlichen Regionen hinken den urbanen Kommunen jedoch auch weiterhin hinterher.

In der digitalen Welt entstehen derweil völlig neue Business-Modelle. So zum Beispiel Online Test-Plattformen und Vergleichsportale, welche digitale Angebote analysieren. Es finden sich zum Beispiel Marktübersichten, auf denen Top Casinos im Vergleich aufgelistet werden, um Nutzern dabei zu helfen, einen seriösen Dienstleister nach klaren Kriterien zu bewerten. Diese reichen von Lizenzierung über Online Zahlungsmethoden hin bis zum Datenschutz. Derartige digitale Modelle zeigen gekonnt, dass Technologie nicht nur Verwaltung und Wirtschaft, sondern auch die Entscheidungen der Endverbraucher beeinflusst.

Derweil bleibt der Ausbau des mobilen- und Glasfasernetzes die wichtigste Baustelle. Laut offiziellen Angaben der Bundesnetzagentur aus diesem Jahr verfügt der Freistaat Sachsen mittlerweile über mehr als 7.200 operierende 5G-Stationen. Diese sind vor allem in der Nähe von Leipzig und Dresden zu finden. In ländlichen Kommunen wie Nordsachsen oder dem Vogtland klagen die Einwohner auch weiterhin über schlechten Empfang, da dort massenhaft Stationen fehlen.

Digitale Verwaltung und Bürgerdienste in Sachsen

Die Digitalisierung der Verwaltung zählt zu Sachsens größten Erfolgen und gleichzeitig zu den größten Aufgaben. Mehr als 70 % der Kommunen bieten laut einer Erhebung des Staatsministeriums für Digitalisierung und Justiz mittlerweile E-Services an. Jedoch arbeiten bloß 50 % komplett ohne Zettelwirtschaft.

Die digitale Führerscheinbeantragung, Bauanträge oder Meldebescheinigungen sind mittlerweile vielerorts via Internet zugänglich. Jedoch gestaltet sich der interne Ablauf oft gemischt. Zahlreiche Experten weisen darauf hin, dass die Systeme bis dato noch nicht ohne Probleme miteinander kommunizieren.

Software und KI als Wachstumstreiber der digitalen Wirtschaft

Die Wirtschaft Sachsens profitiert mehr und mehr von der voranschreitenden Digitalisierung. Laut offiziellen Angaben der IHK Sachsen aus dem Jahr 2024 generierten digitale Unternehmen und Start-ups bereits zum damaligen Zeitpunkt einen Gesamtumsatz von circa € 4,8 Milliarden. Besonders positiv fällt die Software- und Gaming-Industrie Sachsens ins Gewicht, welche circa 81.000 Angestellte beschäftigt.

Durch die „Hightech-Strategie 2025“ will die Landesregierung bis Ende 2026 weitere € 250 Millionen in Mikroelektronik, Quantentechnologie und KI-Forschung investieren. 

Die Stadt Leipzig entwickelt sich zu einem Hotspot für Fintechs, Energieunternehmen und KI-Start-ups. In Chemnitz fördern Hochschulen praxisnahe Blockchain- und Smart-Factory-Projekte.

Sachsen setzt auf digitale Klassenzimmer

Ohne eine ausreichende digitale Bildung ist keine digitale Wirtschaft möglich und das gilt auch für Sachsen. Der Freistaat investierte bis dato über € 120 Millionen in den Ausbau der IT-Infrastruktur von Schulen. Inzwischen verfügen 93 % der sächsischen Schulen über Glasfaseranschlüsse, 82 % über digitale Tafeln und 65 % über einheitliche Lernplattformen.

An Hochschulen werden digitale Studiengänge weiter ausgebaut. Die Hochschule Mittweida etwa bietet seit 2024 einen Masterstudiengang „Blockchain Systems and Regulation“ an, der auf Bundesebene anerkannt wird.

Diese Hürden muss Sachsen meistern

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt viel zu tun:

  1. Es herrscht ein Fachkräftemangel im digitalen Sektor: Laut einer Umfrage der IHK Chemnitz fehlen allein in der IT-Branche rund 8.000 Fachkräfte.
  2. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur auf dem Land muss beschleunigt werden: Ländliche Regionen kämpfen mit fehlender digitaler Infrastruktur und langsamen E-Prozessen.
  3. Die Online-Sicherheit muss verbessert werden: Im vergangenen Jahr (2024) wurden in Sachsen mehr als 2.400 Angriffe auf kommunale IT-Systeme registriert.

Sachsen macht Tempo bei der Digitalisierung

Durch mehr E-Services, Milliardenumsätzen in der Tech-Branche, Investitionen in KI und Mikroelektronik geht Sachsen den richtigen Weg in Richtung flächendeckende Digitalisierung. Priorität hat der Glasfaserausbau außerhalb der städtischen Regionen und Nachbesserungen im Bereich der Verwaltungsprozesse. Wenn diese Schritte gelingen, kann Sachsen sein digitales Potenzial voll ausschöpfen und auch die regionale Wirtschaft ankurbeln.