Artikel von: Sven Günther
04.07.2023
Interreg: Es ist wieder Geld im Topf
Region. Die Bürokratie hatte die Pläne lange ausgebremst. Wie der Name des Programmes „Interreg Sachsen – Tschechien 2021-2027“ (Nachfoger von SN/CZ) sagt, sollte es schon 2021 starten. Doch bis die letzten Genehmigungen erteilt wurden, dauerte es. Jetzt bestätigte der Begleitausschuss in Kostelec nad Ohri die ersten 13 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 25,3 Millionen Euro.
Hier lesen Sie Beispiele, wofür wie viel Geld da ist
588.256,00 Euro gibt es für das Projekt „Gemeinsam dribbeln über die Grenzen hinweg“, bei dem die ChemCats Chemnitz und BK Lvice Litomerice zusammenarbeiten, gemeinsam Trainerworkshops, Bildungsaktivitäten, Trainingslager und Turniere organisieren.
1.248,668, 52 Euro erhalten Oberwiesenthal, die Gemeinde Sehmatal und Loucná. Der Name des Projekts: „Brücken schlagen zwischen Nachbarn“. Inhalt: Ausbau der touristischen Infrastruktur im Grenzgebiet des Erzgebirges sowie die Erweiterung des Angebots für Touristen. Die Gelder werden in eine Brücke sowie Wander- und Radwege investiert.
671.450,07 Euro sind für Oberwiesenthal und Bozi Dar genehmigt, um das Projekt „Das Christkind und das Fichtelchen für die Kinder grenzenlos“ umzusetzen. Inhalt: Schaffung eines Erlebnispfades, Aufstellen neuer touristischer Schilder und Kommunikationstafeln zur Welterbe Montanlandschaft
3.517.607,43 Euro bekommen das Landesamt für Archäologie, Ehrenfriedersdorf, die Ludwig-Maximilian-Universität München, die TU Dresden, das Institut für Archäologie Tschechien und das Museum Teplice. Mit dem Vorhaben „ArchaeoTin“ wird der Zinnbergbau in der Region systematisch erforscht.
3.827.880,75 Euro stehen für den Kleinprojektefond der Euroregion Erzgebirge bereit. Dessen Ziel die Förderung von Bürgerbegegnungen sowie die Pflege von grenzübergreifenden Kontakten ist.
IW: Deutschland zahlt mehr, als es bekommt
„Ich freue mich, dass die Projekte in den sächsisch-tschechischen Grenzregionen jetzt starten können. Damit kann die langjährige Zusammenarbeit vieler Akteure fortgeführt und gefestigt werden“, so Sachsens Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt. Bis 2027 stehen rund 190 Millionen Euro für grenzübergreifende Projekte in den Bereichen Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Klimawandel und Nachhaltigkeit, Bildung, lebenslanges Lernen, Kultur und Tourismus sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie nationalen Beiträgen der beiden Nachbarländer. 190 Millionen Euro. Können wir uns das leisten? Was viel klingt, ist im Gesamtbild fast nichts. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat sich mit den Geldflüssen zwischen Deutschland und der EU im Jahr 2021 beschäftigt und veröffentlicht, dass die Bundesrepublik 21 Milliarden Euro mehr eingezahlt als bekommen hat. Ein Defizit von 257 Euro pro Einwohner und Jahr. Das größte Plus pro Kopf erhält Litauen. 586 Euro pro Kopf und Jahr. Deutschland ist damit größter Nettozahler in der EU, überweist laut IW 0,58 Prozent seiner Wirtschaftsleistung nach Europa.