HAUDEGEN: Blut-Schweiß-Tränen im Freiberger Schloss
Freiberg. So ist es eben beim allerersten Mal. Erst ist man nervös und am Ende will man mehr, mehr, mehr. Die Kultband HAUDEGEN rockte am Freitag im Schloss Freudenstein – das erste mal in diesem Jahr vor einem Live-Publikum. Ab 20 Uhr kreischten die Gitarren, klatschten die Hände, sangen die Fans.
Riesenstimmung bei den Songs, die die meisten Besucher von der „Blut-Schweiß-Tränen-CD-Trilogie“ kennen und die die HAUDEGEN aus Marzahn erstmals live zelebrierte. Schnell war die Aufregung vorbei, gewann die Sicherheit.
HAUDEGEN. Der RBB beschreibt das Duo treffend: „Wer Hagen Stoll und Sven Gillert das erste Mal zu Gesicht bekommt, könnte sich erschrecken. Zwei massive, große Typen mit schenkeldicken Oberarmen und Tätowierungen von den Fingern bis zum Hals. Kurz geschorene Haare, dazu diese tiefen, schweren Stimmen und Texte, die vom Wir-Gefühl, von Heimat und Zusammenhalt handeln. Ja – zunächst könnte man Haudegen für irgendwie rechts halten.
Aber das Gegenteil ist der Fall. Das neue Album von Haudegen besteht aus drei Platten. Die eine sanft, die andere so mittel. Und die dritte wütend. Wütend auch auf selbsternannte Patrioten, Deutschtümelei und Ausländerhass. Auf den Sound können sich auch die Rechtsrock-Fans einigen, aber die Botschaft ist eindeutig: Mit euch wollen wir nichts zu tun haben. Das darf man „Haudegen“ ruhig anrechnen, denn damit werden sie garantiert eine gewisse Käuferschicht für immer verprellen.“
Zwei Stunden rockten die Berlin im Freiberger Schloss, gaben am Ende Zugabe auf Zugabe. Und so war für die Band und die Fans kurz vor 22 Uhr das erste Mal vorbei und bleibt in schöner Erinnerung.


