Samstag, 17. Oktober 2026

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Räumung des „Hasenbau“? Leipziger Stadtrat diskutiert über Zukunft des Wagenplatzes

Von Redaktion Regionalspiegel

· 3 Min. Lesezeit

Foto: Adobe Stock / Gerhard
  • Update: Fragestunde zum Hasenbau wurde vertagt
  • Unklarheit über die Zukunft des Wagenplatz „Hasenbau“ in Leipzig-Rückmarsdorf
  • Räumung und Rodung sei lange vor Baubeginn geplant

Wie geht es weiter mit dem „Hasenbau“? Auf Anfrage des Stadtrats Volker Külow von der Fraktion der Linken sollte Oberbürgermeister Burkhard Jung zur Ratsversammlung am 28.01.2026 Stellung zur möglichen Räumung des Wagenplatzes im Stadtteil Rückmarsdorf nehmen. Es ist das erste Mal, dass sich der Stadtrat mit dem Thema befasst. Im Oktober letzten Jahres gab es erste Andeutungen des Eigentümers, das seit Jahrzehnten ungenutzte Grundstück zu roden und zu räumen.

Wagenplatz auf ungenutztem Grundstück

Doch worum geht es genau? Seit vielen Jahren liegt das Grundstück zwischen einem verlassenen Baumarkt und einer Kleingartenanlage an der Merseburger Straße im Leipziger Westen brach. Im Frühjahr 2025 hat sich ein Wagenplatz-Kollektiv dort niedergelassen, um den verlassenen Raum – dem “Hasenbau” – zu nutzen.

Zunächst gab es laut des Kollektivs keine Probleme mit den Eigentümern und sogar einen “guten Austausch”. Mitglieder des Wagenplatzes hätten signalisiert, das Grundstück kaufen zu wollen oder einen Vertrag zur Zwischennutzung auszuhandeln. Denn das von oben wie ein grünes Dreieck aussehende Grundstück ist bis heute offiziell ungenutzt. Es liegen laut der Stadt Leipzig noch keine Baugenehmigungen oder Bauvoranfragen vor, bis auf eine geplante Zaunanlage an der Ecke Merseburger-/Schomburgkstraße. Doch die Gespräche mit dem Hasenbau-Kollektiv wurden seitens des Eigentümers abgebrochen.

Eigentümer des Geländes, auf dem der Wagenplatz steht, sowie des benachbarten ehemaligen Baumarkts ist eine große Möbelhauskette. Wie aus der schriftlichen Antwort der Stadt hervorgeht, sei geplant, auf den Grundstücken ein Einrichtungs- und Möbelhaus zu bauen. Ein Antrag für einen Bebauungsplan wurde bereits gestellt – das Vorhaben wird vom Ortschaftsrat “grundsätzlich positiv bewertet”.

„Räumung jederzeit möglich“

Das bedeutet, dass bis zu einer Baugenehmigung und einem tatsächlichen Baustart noch einige Zeit vergehen wird. Doch Mitglieder des Wagenplatz-Kollektivs schildern, dass Anfang Januar bereits ein Gerichtsvollzieher vor Ort gewesen und “eine Räumung jederzeit möglich” sei. Eine Zwischennutzung bis zum Baubeginn sei durch den Eigentümer nicht in Betracht gezogen worden. Auch die Stadt springt nicht ein: “Es gibt derzeit keine Überlegungen in der Stadtverwaltung, den Akteuren des Wagenplatzes Hasenbau einen alternativen Standort anzubieten”, so heißt es in der schriftlichen Antwort.

Vor dem Hintergrund, dass erst die Beantragung eines Bebauungsplans läuft, ist die Frage, wann konkrete Baumaßnahmen beginnen, noch unklar. Dass Rodung und Räumung jetzt schon im Raum stehen, ist für die aktuellen Bewohner des Wagenplatzes unverständlich. Auch vor dem Hintergrund, dass laut Stadtrat Volker Külow 150 bis 200 Bäume auf dem Gelände unter den Leipziger Baumschutz fallen könnten und auch geschützte Tierarten, wie die Zauneidechse dort leben.

Wie die Situation um den “Hasenbau” ausgehen wird, ist aktuell unklar. Die Stadt hat sich derweil als Vermittler zwischen Eigentümer und dem Wagenplatz-Kollektiv angeboten. Auch die Polizei begleitet das laufende Verfahren.

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