Sonntag, 18. Oktober 2026

regionalspiegel. – Aktuelle Nachrichten, Verkehrsmeldungen und Events in Sachsen.

Altbekannter für den Neustart!

Von Sven Günther

· 4 Min. Lesezeit

Pavel Dotchev ist der neue alte Trainer beim FCE. Foto: Steffen Colditz

Ist Pavel Dotchev der richtige Trainer?

Aue. Er ist ein Altbekannter und soll den Neustart meistern. Der FC Erzgebirge Aue verpflichtete Pavel Dotchev als neuen Trainer. Einen Mann, mit dem der Verein 2016 in die 2. Liga auf und im letzten Jahr in die 3. Liga abgestiegen ist. Der WochenENDspiegel sprach mit Robert Scholz, Vorstand Kommunikation beim FCE, über die Personalentscheidung.

WOCHENENDSPIEGEL:
Im Presse-Statement zur Verpflichtung von Pavel Dotchev heißt es: „Aufsichtsrat und Vorstand unterstützen die Entscheidung unserer sportlichen Leitung vollumfänglich, auch und gerade hinsichtlich der aktuell laufenden Aufarbeitung der letzten Monate und Jahre“. In welcher Form soll Pavel Dotchev dazu beitragen, gilt er doch als enger Vertrauter von Helge Leonhardt und wird für den Abstieg mitverantwortlich gemacht?

ROBERT SCHOLZ:
Wie wir in unserer Pressemitteilung schon erwähnt haben, arbeiten wir auch die Gründe der sportlichen Entwicklung der letzten zwei Jahre auf. In Bezug auf diesen Prozess und die bisher gewonnenen Erkenntnisse können wir die in Ihrer Frage enthaltene Aussage so nicht bestätigen.

WOCHENENDSPIEGEL:
Fakt ist: Da Pavel Dotchev noch einen laufenden Vertrag hat, spart der FC Erzgebirge Aue Geld und geht der Gerichtsverhandlung im Januar aus dem Weg, wo Gehälter öffentlich gemacht worden wären. Ist die billigste Lösung auch sportlich die beste?

ROBERT SCHOLZ:
„Der von den alten Gremien eingeschlagene Weg, den damals mit Pavel Dotchev geschlossenen Vertrag wieder aufzulösen, spielte in den Überlegungen der sportlichen Leitung und des Vorstandes keine Rolle. Es ging und geht darum, die für die aktuelle sportliche Situation am besten geeignete Lösung, den am besten geeigneten Trainer zu finden. Pavel Dotchev erfüllt diese Anforderungen und genießt
unser vollstes Vertrauen.

WOCHENENDSPIEGEL:
Der Trainer Dotchev hat immer wieder klar gemacht, dass er sich lieber auf dem Stuhl des Sportchefs sieht. Auf dem sitzt beim FCE jetzt Matthias Heidrich. Was bedeutet dies für eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus? 

ROBERT SCHOLZ:
Es gab nach der Saison 2021/22 von Pavel Dotchev die Aussage, dass er wieder auf den Trainerstuhl zurückkehren möchte. Insofern stellt sich für uns diese Frage nicht. Und die gute Zusammenarbeit mit Sport-Geschäftsführer Matthias Heidrich bestätigt uns in dieser Auffassung.

Mit Dotchev stieg der FCE 2016 in die 2. Bundesliga auf. Foto: Steffen Colditz

WOCHENENDSPIEGEL:
Pavel Dotchev wurde in seiner Trainerkarriere wiederholt frühzeitig entlassen, so in Paderborn, bei ZSKA Sofia, in Sandhausen, Münster, Viktoria Köln, Duisburg sowie in Aue Anfang 2017 sowie nach der Abstiegssaison 2022. Kann er jetzt beim FC Erzgebirge langfristig etwas aufbauen oder geht es vorrangig um das Nahziel Klassenerhalt? 

ROBERT SCHOLZ:
„Pavel Dotchev ist einer der erfahrensten und erfolgreichsten Trainer der dritten Liga. Insofern war es doch nur folgerichtig, dass er auch bei der Auswahl des neuen Trainers die führende Rolle gespielt hat. Natürlich geht es in den nächsten sechs Monaten zunächst einzig und allein um den Erhalt der dritten Liga in Aue. Das darf gern auch noch mit einem Erfolg im Sachsenpokal gekrönt werden.

WOCHENENDSPIEGEL:
Wo müssen Trainer Dotchev und Sportdirektor Matthias Heidrich ansetzen, um den Klassenerhalt zu schaffen? Welche Ursache erkennt die Vereinsführung für die sportliche Misere in der Hinrunde? 

ROBERT SCHOLZ:
„Unser Verein befand sich seit Sommer 2021 auf einer sportlichen Talfahrt, die erst im Herbst dieses Jahres teilweise gestoppt werden konnte. Da gilt es mit der nötigen Konsequenz und der Erfahrung von Pavel Dotchev als Cheftrainer anzusetzen, während Matthias Heidrich als Sport-Geschäftsführer ganz klar die Gesamtverantwortung trägt.

WOCHENENDSPIEGEL:
Eine Frage zur Wirtschaftlichkeit. War es aus Sicht des neuen Aufsichtsrates/Vorstandes klug, Torsten Enders (Wätas) und Uwe Leonhardt (Leonhardt Group) als Großsponsoren zu verprellen und können die womöglich fehlenden Einnahmen kompensiert werden? Wenn ja, wie?

ROBERT SCHOLZ:
„Zunächst war die Wahl des neuen Aufsichtsrates ein rein demokratisches Verfahren der Mitglieder des FC Erzgebirge Aue. Dieses haben sich alle Kandidaten bewusst gestellt. Insofern ist der Begriff „verprellen“ nicht der richtige. Fakt ist auch- über allem steht der Verein, der Willen der Mitglieder und nicht einzelne Personen. Dazu kommt, dass aktuell im Aufsichtsrat die größten Sponsoren des FCE vertreten sind. Beide von Ihnen genannten Firmen sind auch weiterhin Teil der zwölf Hauptsponsoren unseres Vereins. Torsten Enders und seine Firma WÄTAS arbeiten beispielsweise aktuell gemeinsam mit dem Vorstand an einem Energiesparkonzept, um die Kosten für den FCE zu optimieren und zu reduzieren.

Mehr News

Alle →