Sonntag, 18. Oktober 2026

regionalspiegel. – Aktuelle Nachrichten, Verkehrsmeldungen und Events in Sachsen.

Donnerwetter! Hier verstecken sich 26 Mio. Euro

Oberbergamt startet zehnjähriges Radon-Sanierungsprogramm im Erzgebirge

Von Sven Günther

· 2 Min. Lesezeit

Erschließung der Betriebsfläche Schacht 25 (Ritterschacht II) an der Neustädtler Straße. Foto: Sächsisches Oberbergamt

Aus diesem Baustellchen wird ein Riesen-Projekt!

Von Sven Günther
Erzgebirge. Auf den ersten Blick sieht es, als würde eine lokale Baufirma an der Neustädtler Straße in Schneeberg ganz normale Erdarbeiten auf einem Grundstück durchführen. Wir sehen Bagger, Raupen, einen flachen Graben, Absperr-Gitterzäune. Doch das unscheinbare Baustellchen ist der Auftakt zu einem 26-Millionen-Euro-Projekt!
Das Stichwort heißt Radon! Zehn Jahre lang werden die Bergsicherung Schneeberg, die Bergsicherung Sachsen und die Wismut alte Schächte zur Belüftung (Fachbegriff Bewetterung) der Bergwerke unter der Stadt sanieren, neue Wetterwege anlegen. Die Kosten 26,5 Millionen Euro. Dazu kommen 100.000 Euro pro Jahr für den Betrieb der Anlagen.
Schon seit 1991 laufen in Schneeberg Projekt, um die Radonbelastung in den Gebäuden zu senken.
Staatsminister Dulig, der im Freistaat auch für den Bergbau zuständig ist, begrüßt den Start dieses Großprojektes ausdrücklich: „Die Reduzierung der Belastungen aus altem Bergbau ist mir ein dringendes Anliegen. Daher bin ich sehr froh, dass nach den intensiven Vorarbeiten und Abstimmungen mit der Stadt und den Behörden nun die Arbeit beginnen kann. Mit dem Oberbergamt, den gebundenen Fachfirmen und Planern und der Wismut GmbH setzen wir kompetente und leistungsfähige Partner für diese wichtige und dringliche Reduzierung der Radonbelastung in Schneeberg ein.“
Erst im letzten Jahr war eine neue Radonschutz-Richtlinie erlassen worden, die den Staat, Arbeitgeber und Häuserbauer Millionen von Euro kosten wird. 107 Gemeinden wurden darin als Radonvorsorgegebiet ausgewiesen. Der Schwerpunkt liegt mit 49 Gemeinden im Erzgebirgskreis, gefolgt von 21 Gemeinden im Vogtlandkreis, 19 in Mittelsachsen, 12 im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und 6 im Landkreis Zwickau.
Der Bundes-Normenkontrollrat schätzt, dass allein die Bestimmung der Radonvorsorgegebiete in Deutschland 18,7 Millionen Euro gekostet hat (250 Euro je Bodenluftmessung im Einzelfall, etwa 70.000 Messpunkte sowie 20 Euro je Innenraummessung im Einzelfall, etwa 15.000 Messungen).

Mehr dazu erfahren Sie hier.

Der Leiter des Oberbergamtes, Oberberghauptmann Prof. Dr. Cramer, hofft auf die Mithilfe der Einwohner, „zum Beispiel, wenn es darum geht, baubegleitende Messungen in Häusern durchzuführen. Denn der erhebliche Aufwand für das Wetterprojekt Schneeberg ist für uns natürlich auch Verpflichtung, zum Nutzen der Bürger der Stadt die bestmögliche Reduzierung der Radonbelastung zu erreichen.“

Ein Abwetterstandort des Schachts Adam Heber in Schneeberg-Neustädtel. Foto: Sächsisches Oberbergamt

 

 

Mehr News

Alle →