
Foto: Sven Günther
Eric Frenzel & Stereoact
Annaberg-Buchholz. Eric Frenzel, Weltmeister, Olympiasieger und vierfacher Gesamtweltcupgewinner hat sich im goldenen Buch der Stadt Annaberg-Buchholz verewigt. Gemeinsam mit Rennrodel-Vizeweltmeister Ralf Palik, U-23-Rodelweltmeisterin Julia Taubitz, Langläuferin Denise Herrmann und Langlauf-Junioren-Weltmeisterin Katharina Hennig, die sich ebenfalls eintragen durften, war er kurz vor 18 Uhr in Annaberg-Buchholz eingetroffen. Oberbürgermeister Rolf Schmidt empfing die erfolgreichen Sportler, die erst auf dem Rathausbalkon, dann auf der Bühne gefeiert wurden.
Dort sprach auch Landrat Frank Vogel seinen Dank aus, wurde von WSC-Chef Peter Riedel, genau wie Claudia Nystad, zum Ehrenmitglied ernannt. Im Publikum applaudierten u.a. Skisprung-Legende Jens Weißflog, die ehemalige Rodel-Vizeweltmeisterin Anke Wischnewski und Sparkassenchef Roland Manz gemeinsam mit hunderten Zuschauern. Für die gibt es ab 20 Uhr eine besondere Zugabe: Stereoact und Kerstin Ott sorgen u.a. mit ihrem Song „Die immer lacht“.

Foto: Sven Günther
Eine besondere Zugabe für die Leser von www.wochenendspiegel.de gibt es auch. Heute lesen Sie den ersten Teil eines exklusiven Interviews mit Eric Frenzel
Eric Frenzel exklusiv: Sein Traum vom Kölner Dom
Von Sven Günther.
Erzgebirge. Es war eine grandiose Saison für unseren Olympia-Sieger Eric Frenzel. Zum vierten Mal in Folge holte er sich den Gesamtweltcup in der Nordischen Kombination, wurde Triple-Triple-Sieger in Seefeld.
Über die ganze Saison unterhielt er die Leser des WochenSpiegel Erzgebirge und von www.wochenendspiegel.de mit einer exklusiven Kolumne, berichtete von den Wettkämpfen und schilderte Episoden am Rande.
Nach dem Saisonabschluss hat er sich die Zeit für die Familie genommen, war im Süden – und gab dem WochenSpiegel Erzgebirge ein exklusives Interview in dem er unter anderem verrät, warum er sich vorstellen kann, eines Tages am Kölner Dom zu starten…
Eric, die Saison ist zu Ende. Mit welchen drei Worten würdest Du sie zusammenfassen?
Schneemangel, Energieleistung, Große Kristallkugel
Und in ein paar Sätzen?
Ich bin froh und erleichtert. Für mich ist momentan alles noch gar nicht richtig fassbar, da ich selbst nicht mit dem Gesamtweltcupsieg gerechnet habe. Für mich ist ein einziger, großer Traum in Erfüllung gegangen. Ich habe nach meinem ersten Weltmeistertitel immer gesagt, dass ich beweisen möchte, dass das keine Eintagsfliege war. Danach sind Olympiasieg und vier Gesamtweltcup-Siege in Folge gekommen – unglaublich, aber auch unglaublich schön. Die Saison zu gewinnen, hatte ich gar nicht so im Fokus. Die privaten Einbindungen-Studium und Familienzuwachs- haben zugenommen und ich hatte den Trainingsschwerpunkt mehr auf das Springen gelegt. Aber es hat sich so gefügt, wunderbar!
Gehen Dir Dinge so leicht von der Hand, wie es von außen aussieht?
Nichts ist leicht, glauben Sie mir das. Ich freue ich mich auch wirklich über jeden einzelnen Sieg, da es doch jedes Jahr immer wieder ein hartes Stück Arbeit und die Konkurrenz sehr stark ist, im eigenen Team und international. Nein, es sieht von außen vielleicht anders aus, aber jeder Wettkampf ist hart, jede Saison muss durchgestanden werden. Schauen Sie mal, wie in wichtigen Momenten in dieser Saison auch ein wenig Fortune auf meiner Seite war. Watabe und Riiber mussten wegen Krankheit Wettkämpfe streichen und damit wichtige Weltcuppunkte liegen lassen, Riiber schenkte mir dadurch, dass er falsch vor dem Ziel abbog einen Weltcup-Sieg. Wenn das alles nicht gewesen wäre, kann es auch mal eng werden. Normalität ist nie angesagt, alles ist hart erkämpft und jeder Erfolg freut mich aufs Neue!
Was bewirken denn Deine Erfolge für die Sportart der Nordischen Kombination?
Also, es sind ja nicht nur meine Erfolge, das ganze Team strotz ja vor Kraft und Titeln(lacht). Die Kombinierer wurden von den deutschen Sportjournalisten im Dezember zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt. TV-Einschaltquoten haben zugenommen, ebenso die Begeisterung an den Wettkampfstrecken. Mittlerweile werde ich oft unterwegs erkannt, das war nach meinem ersten Gesamtweltcupsieg noch nicht so. Natürlich können wir uns nicht mit der Fußball-Bundesliga oder der Champions League messen, die allgegenwärtig sind, weil sie vor allem auch global sind. Die Nordische Kombination hat sich aber diesbezüglich in den letzten Jahren gut entwickelt. Die Zuschauerzahlen haben sich, wie schon gesagt, stets verbessert und vor dem Hintergrund der deutschen Erfolge wird diese Entwicklung auch weitergehen.
Haben Sie denn Vorschläge für neue Wettkampfformate?
Meiner Meinung nach muss nicht viel geändert werden, da so, wie es jetzt ist, gut läuft und bei den Zuschauern gut ankommt. Auch die Entwicklung des Triple-Wettkampfs in Seefeld war ein richtiger Marketingschritt. Endlich haben wir nun auch unsere „Vierschanzentournee“ (lacht). Vielleicht ist mal ein Weltcup in einer großen Metropole denkbar, was natürlich logistisch ein großer Aufwand. Aber ich denke, dass man mit einem solchen Event Massen mobilisieren könnte.
Wollen Sie vom Kölner Dom springen?
Nein, nein, im Ernst, es gibt quasi mobile Schanzen. Vom Kölner Dom würde ich nicht springen, aber vielleicht auf dem Platz vor dem Kölner Dom(lacht) und dann durch die Altstadtgassen das Rennen.
Was war denn die „Entbehrung“ der Saison?
Wir haben ja vor kurzem erst Zuwachs bekommen, das beschäftigt mich dann schon abends auf dem Zimmer. Es ist zwar jedes Jahr eine Entbehrung, entfernt von der Familie zu sein, aber diese Saison war es nochmal ein kleines Stück härter. Aber in den letzten Jahren hat die deutsche Mannschaft ja eine eigene Reisestrategie im Weltcup entwickelt, die gut funktioniert. Wir reisen zu jedem einzelnen Weltcup an und verbringen die Wochen an unseren Heimatstützpunkten und bei unseren Familien. Das hat sich auch sportlich bewährt. Mit dem Heimtrainer zu arbeiten, tut mir immer gut, ich baue zum Wettkampf bessere Spannung auf und bin abends bei meiner Frau und den Kindern.
Den zweiten Teil des Interviews lesen sie in einer Wochen im WochenSpiegel Erzgebirge und auf www.wochenendspiegel.de
Das ist Eric Frenzel
Eric Frenzel wurde am 21.11.1988 in Annaberg-Buchholz geboren. Als damals Achtjähriger begann er mit der Nordischen Kombination, was er nicht zuletzt auch seinem Vater Uwe zu verdanken hat. Seinen ersten Wettkampf im Weltcup bestritt er in 2007, worauf der Gewinn von insgesamt drei Weltmeisterschaften, der Olympiasieg von Sotchi 2014 und zuletzt der vierte Gesamtsieg im Weltcup folgen sollten. Auch abseits des Sports läuft es sehr gut für Familie Frenzel um seine Ehefrau Laura und Sohn Philip, so kam im September vergangenen Jahres Sohn Leopold zur Welt. Dank seiner großen Erfolge schloss Eric lukrative Sponsorenverträge ab, unter anderem mit eins energie, meta Fackler, viessmann und die Zurich Group.



