Odessa/ Hermannsdorf/ Sehma. Multikulturelle Millionenmetropole, strategisch wichtigste Hafenstadt der Ukraine, „Perle am Schwarzen Meer“. Wenn man nach Begriffen für die geschichtsträchtige Stadt Odessa sucht, stößt man früher oder später automatisch auf diese Synonyme. Doch zeigt sich die Metropole nicht nur von ihrer starken und romantischen Seite.
Hier, wo die sozialen Schichten weit auseinander klaffen, sind Armut, Arbeitslosigkeit und Drogenabhängigkeit allgegenwärtig. Hier, wo die Bevölkerungsdichte knapp achtmal höher ist als in Annaberg-Buchholz, wo ein veraltetes Gesundheitssystem offenbar auf der Stelle tritt, hier mitten in Europa kämpft eine Erzgebirgerin Tag für Tag für die schwächsten der Gesellschaft – für Kinder und Jugendliche aus sozial schwierigen Verhältnissen. Nicole Borisiuk spendet den Jungen und Mädchen tagtäglich Halt und Hoffnung, bietet ihnen einen Zufluchtsort fernab der vielen Probleme.
Die ambitionierte Frau betreibt mit ihrem Verein Lebendige Hoffnung e.V. in Odessa mittlerweile drei Tageszentren, holt etwa 90 Kinder und Jugendliche von der Straße. Die Verbindung und Kontakte in ihre Heimat, das Erzgebirge, pflegt die gebürtige Hermannsdorferin dabei immer noch, kann hier auf zahlreiche Helfer und Unterstützer bauen. Entsprechend regelmäßig kommt sie zurück, um dringend benötigte Dinge, wie Kleidungsstücke, zu besorgen. Dank der breiten Unterstützung vieler Erzgebirger organisiert sie außerdem hin und wieder für die Kinder von Odessa eine Reise, so dass diese die Möglichkeit bekommen, auch einmal andere Bilder zu sehen. So ist es Nicole Borisiuk auch in diesem Jahr gelungen, mit etwa 30 Kindern und Jugendlichen sowie ihrer Familie das Erzgebirge zu besuchen. Vom 11. bis 25. Juni werden sie in Hermannsdorf im Pfarrhaus untergebracht sein. Von dort aus sind fast täglich Unternehmungen geplant, unter anderem ein Tagesbesuch in der Kirchgemeinde in Sehma und ein Tagesausflug mit der Firma Burkert Reisen zum Erlebnispark Plohn. Mit Unterstützung der Hauseltern vom Bethlehemstift in Neudorf und der Frima Frei werden die Kinder und Jugendlichen zudem am 21. Juni dort zu Gast sein. Wie wertvoll für die Kleinen diese erholenden Tage im Erzgebirge, fernab der Probleme daheim, tatsächlich sind, kann man wohl kaum in Worte fassen.
Geld- und Sachspenden ausschliesslich für den diesjährigen Ferienaufenthalt werden gern entgegengenommen. Bitte melden Sie sich unter der Telefonnummer 03733/21944.




