Annaberg-Buchholz. Nach der Einigung zwischen Bund und Ländern soll der Lockdown ab 11.01.2021 bis Ende Januar dieses Jahres verlängert und verschärft werden. Einige Maßnahmen, die jetzt schon gelten, sollen weiterhin bestehen bleiben, andere kommen hinzu. So will man unter anderem die 15-Kilometer-Regel, die in Sachsen bereits seit einigen Wochen gilt, auf ganz Deutschland ausweiten, allerdings nur für Landkreise und kreisfreie Städte mit einer Inzidenz von mehr als 200 in sieben Tagen. Zudem wird wohl die Kontakt-Regel noch einmal verschärft und auf einen Hausstand plus maximal eine Person ohne Einbeziehung der unter 14-Jährigen beschränkt.
Neben diesen und weiteren Punkten war auch die Schließung von Betriebskantinen ein Thema der Konferenz der Länder-Chefs mit der Kanzlerin. Demnach soll ab 11.01.2021 der Verzehr von Speisen und Getränken in den Kantinen untersagt werden, die Mitnahme sei jedoch weiterhin möglich.
Ein Eckpunkt, den Caterer Norman Pörschke nicht nachvollziehen kann. In einem offenen Brief an die Landesregierung appelliert der Betreiber der Kantinen in den Arbeitsagenturen in Annaberg und Chemnitz, diese Maßnahme noch einmal zu überdenken. „Seit Anbeginn der Pandemie unterstützen wir all Ihre Verordnungen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Ich persönlich habe in meinen Kantinenbetrieben all Ihre Auflagen umgesetzt und erfüllt“, heißt es unter anderem in dem Schreiben an den Ministerpräsidenten. „Wir sind keine Kantine für einen Ihrerseits nicht so geschätzten Betrieb, sondern einer systemrelevanten Behörde und somit systemrelevanter Menschen auch aus Ihrem Wirkungsbereich“, so der Wortlaut.
Man versorge täglich große Teile des öffentlichen Dienstes, „die gerade in Zeiten der Pandemie Ihr Rückgrat sind, indem Sie die Aufgaben der Nachverfolgung stemmen und den Laden am Laufen halten. Die Versorgung reicht hierbei vom Bereich Migration, Jobcenter sowie der Nachverfolgung im Gesundheitsamt, der Bundeswehr im Rahmen der Amtshilfe, der Agentur für Arbeit usw. All diese Angestellten des öffentlichen Dienstes, die sich täglich für den Kampf gegen die Pandemie und dessen Folgen einsetzen — genau für diese Mitarbeiter möchten Sie nun veranlassen, dass sie keine gesunde Versorgung mehr über die hauseigene Kantine erhalten!? Keine 30 Minuten Pause zum Abschalten abseits ihres Arbeitsplatzes in einem entzerrten Speisesaal mit aktiver Abluft— und Frischluftzufuhr!?“, gibt Pörschke zu bedenken.
Wie er dem WochenENDspiegel sagte, sei der offene Brief heute (06. Januar 2021) per Mail an die Landesregierung versendet worden. Parallel dazu will er ihn auf postalischem Wege an die Empfänger nach Dresden schicken, in der Hoffnung, bei den Entscheidungsträgern auf offene Ohren zu stoßen. „Hier geht es ja nicht nur um mich, sondern um viele Kantinen-Betreiber, die sich ebenfalls bisher an alle Regeln gehalten haben und die ab Montag das selbe Los ereilen wird. Ich hoffe, meine Worte kommen beim Ministerpräsidenten an und bewegen ihn zum Umdenken“, so der Caterer abschließend.
Den gesamten Wortlaut des Offenen Briefes können Sie auf Facebook unter Pörschi’s Kantine Annaberg nachlesen.




