Geyer. Immer wieder blickte er kopfschüttelnd Richtung Straße. Seine Mine wurde mit jedem auf der Liste registrierten Fahrzeug, das an diesem Montagmorgen an der Grundschule vorbei rollte, ernster. Schnell war ihm klar: Hier ist für Schülerinnen und Schüler Gefahr in Verzug. Hier muss schleunigst gehandelt werden, damit künftig nichts Schlimmeres passiert.
Ein Unfall, wenige Tage zuvor, hatte die ACE-Ehrenamtler Jörg Petzold und Christoph Beck hellhörig werden lassen. Dabei wollte ein 9-jähriger Junge am Mittwoch (7. Juli), nachmittags gegen 14.45 Uhr auf dem Heimweg in Höher der Grundschule die Straße überqueren. Laut Polizeisprecher André Ryczek wurde das Kind dabei von einem Daewoo (Fahrerin 35 Jahre) angefahren und leicht verletzt.
Die Überquerung der Ehrenfriedersdorfer Straße gleicht seit der Sperrung der B95 in Schönfeld und der damit verbundenen Umleitung über Geyer aufgrund des dadurch erhöhten Verkehrsaufkommens mittlerweile einem Abenteuer. Weder Ampel, noch Fußgängerübergang oder Geschwindigkeitsbeschränkung bremsen auf Höhe der Grundschule den Verkehr ein. Dass dieser dort aber speziell im Berufsverkehr morgens und am Nachmittag dem einer Großstadt gleicht, davon konnte sich Petzold an diesem Montag selbst überzeugen. Schon nach wenigen Minuten der Verkehrszählung des ACE war klar, dass hier ganz dringend Handlungsbedarf besteht, um Schlimmeres künftig zu vermeiden.
Besorgt sagt Kreisvorstand des ACE-Kreis Sachsen Süd: „Statistisch gesehen passiert alle vier Minuten in Deutschland ein Schulwegunglück. Mehr als 108.000 Schulwegunfälle in 2019 sprechen eine deutliche Sprache. Der Unfall am 7. Juli 2021 vor der Grundschule in Geyer hat uns dazu veranlasst, am Montag (12. Juli) vor Schulbeginn die Verkehrszählung durchzuführen.“

Foto: André Kaiser
Das Ergebnis: erschreckend. Laut Petzold seien im Zeitraum zwischen 7.15 und 7.30 Uhr, also innerhalb von nur 15 Minuten, durch die Ehrenamtler des ACE knapp 300 Fahrzeuge registriert worden, die an der Grundschule vorbeifuhren, darunter 16 Busse und 32 Lkw. „Hierdurch ist die Sicherheit der Kinder enorm gefährdet, da nicht nur die offiziellen Linienbusse vor der Schule halten (Baustelle Busbahnhof), sondern, bedingt durch den Umleitungsverkehr und Baustellenbereich beim Neubau der Oberschule, ein Überqueren der Ehrenfriedersdorfer-Straße fast unmöglich ist“, so der Sprecher des Automobil-Clubs.
Wie er sagt, besteht nun schneller Handlungsbedarf. So wollen die ehrenamtlichen Mitglieder des ACE Kreisclub Sachsen-Süd im nächsten Schritt gemeinsam mit Schulbehörden, Eltern, Polizei und den Kommunen „zeitnah Möglichkeiten sondieren, wie Schulwege sicher gestalten werden können“. Petzold: „Eine schnelle und sinnvolle Unterstützung zur zeitweisen Entschärfung der vorgefundenen Situation wäre ein Tempolimit von 20 Km/h auf der Ehrenfriedersdorfer-Straße in Höhe der Grundschule und das Verlegen des Verkehrsschildes ‚Achtung Kinder‘ bereits ab Höhe Lindenstraße“.
Der ACE-Kreisclub-Sprecher abschließend: „Im Namen aller Kinder, der Eltern und der Lehrer appellieren wir an die Vernunft eines jeden Verkehrsteilnehmers gerade vor Schulen besondere Vorsicht und Rücksichtnahme walten zu lassen“.




