Region. Wer heute in Sachsen mit dem Bus fahren möchte, der wartet höchstwahrscheinlich an der Haltestelle vergebens. Denn nachdem Ver.di bereits am 8. April im regionalen Linienverkehr in Sachsen zu Warnstreiks aufgerufen hatte, legen Busfahrer, Schlosser, Fährleute, Verwaltungsangestellte und Auszubildende im Freistraat am heutigen Donnerstag (25.04.2019) seit 2 Uhr nachts für 24 Stunden die Arbeit erneut nieder. Damit soll den Verhandlungen in der nächsten Tarifrunde mit den Arbeitgebern am 30. April 2019 nochmals Nachdruck verliehen werden.
Ver.di informierte kurzfristig in einer Pressemitteilung, erklärt: „Betroffen ist der Linienverkehr im Bediengebiet der Verkehrsgesellschaften Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE), Regionalverkehr Westsachsen Zwickau GmbH (RVW), REGIOBUS Mittelsachsen GmbH, Euro Traffic Partner GmbH Chemnitz, Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH (RVSOE), Verkehrsgesellschaft Meißen mbH (VGM), Dresdener Verkehrsservice GmbH (DVS), Regionalbus Oberlausitz GmbH (RBO), Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda GmbH (VGH) und die Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck Zittau-Löbau mbH (KVG).“

Foto: André Kaiser
Bei der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) versammelten sich die Streikenden vor dem Betriebshof im Gewerbering in Annaberg-Buchholz, um ihrem Unmut Luft zu machen. „Wir wollen kein Billiglohnland Sachsen, sondern faire, angemessene Entlohnung. Denn wir sind es wert“, rechtfertigte einer der Anwenden den Warnstreik. Wie er sagte, seien ausnahmslos alle, die von Ver.di zum Streik aufgerufen wurden, dem gefolgt. Sollte es am 30.04.2019 erneut zu keiner Einigung kommen, müsste mit weiteren Streiks gerechnet werden.
Grundlage für die Verhandlungen ist die Forderung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Diese beinhaltet einen Stundenlohn für Facharbeiter von 15,66 Euro. Derzeit würden Busfahrerinnen und Busfahrer anfangs mit 12,30 Euro die Stunde abgespeist werden. Des Weiteren fordert Ver.di unter anderem die Aufstockung der Auszubildendenvergütung von 650 auf 900 Euro im ersten Ausbildungsjahr, von 700 auf 950 Euro im zweiten, von 750 auf 1.000 Euro im dritten und von 800 auf 1.050 Euro im vierten Ausbildungsjahr.
Das Angebot der Arbeitgeber zur letzten Tarifrunde bezeichnete Ver.di als „provozierend“, nicht zuletzt deswegen, weil Auszubildende darin gar nicht berücksichtigt wurden.

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