Bonn ist zu Zeit Schauplatz einer großen modernen Wallfahrt. Mehr als zwanzigtausend AntikarbonistInnen und KohlendioxidphobikerInnen aus allen Teilen der Welt sind dorthin gereist um der kollektiven Erwärmungsangst auf der 23. Klimaschutzkonferenz zu frönen. Die Bundesregierung hat bereits im Vorfeld dieses Massenmeetings Hundert Millionen Euro bereitgestellt, um das Leiden am Phantomschmerz in den warmen Ländern zu mildern.
Aber das wird nicht ausreichen. Das System des Ablasshandels steckt noch in den Kinderschuhen. Die Industriestaaten werden sich daran gewöhnen, als Ausgleich für ihre CO² Emissionen in Zukunft immer größerer Summen an die Nichtindustriestaaten zu überweisen. Mit dem Ergebnis, dass diese Staaten auf den mühsamen Aufbau einer eigenen Industrie verzichten können aber wegen der steigenden Konsumwünsche ihrer wachsenden Bevölkerung zukünftig höhere Unterstützungszahlungen einfordern werden.
Es entsteht eine Spirale, die immer größer werden wird, solange die daran Beteiligten es sich leisten können und wollen. Allerdings sind die Vereinigten Staaten unter Donald Trump, der bei den Klimaschützern den Ruf des Leibhaftigen genießt, bereits dabei, aus dieser Spirale auszuscheren.
Mögen die besorgten Konferenzbürger auf ihrem Happening im herbstlichen Bonn ein paar schöne Tage haben. Ich fliehe vor der Novemberkälte in den Urlaub in eines der warmen Länder, weshalb Sie in den kommenden Wochen nichts von mir hören werden.
Schönes wochenende, wünscht thomy




