Die Bundesregierung hat ein neues Zivilschutzkonzept erarbeiten lassen. Darin wird den Bürgern empfohlen, zu Hause Vorräte von Trinkwasser und Lebensmitteln für den Notfall aufzubewahren. Entgegen der Befürchtung der Kritiker kam es nach deren Bekanntwerden nicht zu einem Käuferansturm auf die Discounter. Hamsterkäufe? Fehlanzeige.
Den Menschen im Lande ist die hoheitliche Empfehlung ziemlich gleichgültig. Die Vorstellung, die Supermärkte könnten eines Tages plötzlich geschlossen bleiben oder in den Regalen nur noch unabgepackte Luft präsentieren, erscheint völlig absurd. Wir leben schließlich nicht in Venezuela. Die Lieferketten hierzulande funktionieren reibungslos. Die Kühlhäuser sind gefüllt. Leitungswasser hat Trinkwasserqualität und wird nur abgestellt, wenn der Wasserzähler gewechselt werden muss.
Der Strom kommt aus der Steckdose und die Funkhandys funktionieren überall. Das Konsumentenparadies ist perfekt, größere Funktionsstörungen scheinen außerhalb des Vorstellbaren zu liegen. Uns ist doch bisher noch nie etwas passiert. Krieg? Dazu würden mindestens zwei Seiten gehören. Deutschland hat keine kampffähige Armee. Wo es keine Armee gibt, gibt es auch keinen Krieg.
Das gerade noch vorstellbare Schlimmste wäre vielleicht ein extrem langer und kalter Winter. Was wir auch schon erlebt haben: tagelang geschlossene Läden in der Übergangszeit von der DDR zur D-Mark, als das neue Geld noch nicht ausgeliefert worden war. In solchen Zeiten war es immer gut, wenn man ein paar Vorräte zu Hause hatte. Und im Falle einer undenkbaren ganz großen Katastrophe sollte man anstatt Wasser soviel Schnaps wie möglich bereitstehen haben.
Schönes wochenende, wünscht thomy




