Sonntag, 18. Oktober 2026

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Wenig Verkehr: Verkehrslandeplatz Chemnitz/Jahnsdorf weiterhin umstritten

Von Stefan Unger Jahnsdorf/Chemnitz. Ruhig ist es in letzter Zeit um den Verkehrslandeplatz Chemnitz-Jahnsdorf geworden. Und das im wahrsten Sinne. Der Protest einer Gruppe von Anwohnern scheint sich beruhigt zu haben.

Von Redaktion Regionalspiegel

· 2 Min. Lesezeit

Der Verkehrslandeplatz Chemnitz-Jahnsdorf kann nur durch eine hohe Steuergeldbezuschussung über Wasser gehalten werden. Foto: Stefan Unger

Das bestätigt auch der Geschäftsführer des Verkehrslandeplatzes Matthias Fahrhöfer: „Gab es vor Jahren noch großen Widerstand einer Gruppe, so ist es jetzt sehr ruhig geworden“. Zankapfel ist nach den Worten von Claus Meißner, ein Anwohner in unmittelbarer Nähe, dass die Piloten oftmals nicht den vorgeschriebenen Flugkorritor einhalten würden und nach dem Start direkt über sein Haus fliegen würden.
Meißner gehört zu den Flugplatzgegnern. Er zweifelt den Bedarf des 60 Hektar großen Landeplatzes an, die rückläufigen Zahlen von Starts und Landungen seien ein Beleg dafür. Ging man nach dem Umbau in den Jahren 2006 bis 2009 mit einem Flugaufkommen von bis zu 25.000 Starts und Landungen aus, so wurden diese Zahlen nie erreicht.
Nach dem Rekordjahr 2014, wo 14.800 Flugbewegungen registriert wurden, ging es in den letzten Jahren stetig bergab: waren es 2015 noch 12.601, so fiel man im Jahr 2016 auf 10.564 Starts und Landungen zurück. „Wir gehen in den nächsten Jahren von etwa 12.000 Flugbewegungen aus. Ein stärkerer Anstieg ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten. Zuschüsse durch die Gesellschafter, die Stadt Chemnitz und der Erzgebirgskreis, werden auch weiterhin fiesen müssen“, erklärt der 59-jährige Fahrhöfer.
Ein geplanter Ausbau der 900 Meter langen Landebahn wurde auf Eis gelegt. Die Anlagen mit Tower, großzügigen Büro- und Aufenthaltsräumen, neuester Winterberäumungstechnik und einem großen Hangar mit darin rund 30 geparkten Flugzeugen in Privathand sind auf dem neuesten technischen Stand. Die Betreiber-Gesellschaft selbst besitzt keine Flugzeuge, kann aber bei Bedarf Flüge vermittlen.
Bekannte Stars wie Roland Kaiser, Jan Joseph Liefers und Mario Barth landeten hier. Auch Lothar de Missere nutzte bereits den Flugplatz für eine Stippvisite in der Region Erzgebirge/Chemnitz. „Wir wissen aber vorher nie, wer kommt. Denn die Piloten sagen es uns wirklich nur ganz selten“, so Fahrhöfer.
Eigentlich müssten die Gegner des Landeplatzes mit den rückläufigen Zahlen zufrieden sein. Denn das geringe Flugaufkommen sorgt für wenig Lärmbelästigung in und um Jahnsdorf. „Der Lärm ist aber vor allem an Wochenenden groß. Wir Gegner finden das gesamte Objekt als sinnlos, weil es unnötig ist. Die Flugzeug blasen ja auch ungereinigte Abgase hinaus“, so Meißner.
Die Gesellschafter bezuschussen das Objekt mit 250.000 Euro pro Jahr. Ohne diesem Geld könnte der Verkehrslandeplatz Chemnitz-Jahnsdorf, der neben dem Geschäftsführer noch drei festangestellte sich leistet, nicht überleben. Die Kritik an Subventionen der kleinen Flugplätze hält in ganz Sachsen an. Die Grünen klagen schon lange über solche Steuerverschwendung. Doch Geschäftsführer Fahrhöfer entgegenet, dass mehr Geld an die öffentliche Hand zurückfließt, als man bekommt. Dies seien vor allem Mineralölsteuern.
Er verteidigt vehement den Verkehrslandeplatz. „Geschäftsreisende, Flugausbilder, Hobbypiloten und Nottransporte benötigen unsere Einrichtung.

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