Artikel von: Judith Hauße
28.05.2024
Niners Chemnitz siegen im ersten Halbfinale gegen Berlin
Chemnitzer schreiben erneut Vereinsgeschichte
Die Niners Chemnitz siegen am Dienstag (28. Mai) im ersten Halbfinalspiel der Playoffs. Gegen das wenig engagierte Alba Berlin bewiesen sie von Anfang an viel Kampfgeist und können die Albatrosse im Sinkflug halten.
Das Spiel zum Nachlesen:
regionalspiegel-Viertelanalyse
Q1:
Berlin startet mit den ersten Punkten der Partie (2:0). Die Antwort der Chemnittzer kommt prompt (2:0). Weltmeister Johannes Thiemann (Alba) übernimmt den Gameplan der Berliner. Jeff Garrett (Niners) mit dem ersten Statement (2:4). (4:4). Chemnitz versucht, das Spiel schnell zu kreieren. (6:4). Beide Mannschaften kommen bereits früh in ihren Spielfluss (8:8). Bei den Berlinern ist es wieder Thiemann, der es den Gästen aus Sachsen offensiv nicht einfach macht unter dem Korb. Zwei Ballverluste auf beiden Seiten sprechen für einen schnellen Spielrhythmus (11:13).
Während Chemnitz jetzt Chancen liegen lässt, bewegt sich Berlin bereits bei vier Ballverlusten (14:13). Wie erwartet, zeigt sich in den ersten zehn Minuten eine intensive Partie, bei der beiderseits defensiv viel Druck ausgebübt wird (14:15). Neben Thiemann (Alba) zeigt sich auch Teamkollege Sterling Brown (Alba) bislang treffsicher, versenkt den nächsten Dreier für die Gastgeber (19:16). Chemnitz kann jedoch in den letzten Sekunden den Führungswechsel klar machen (19:20).
Q2:
Chemnitz beginnt das zweite Viertel mit gutem Passspiel, das mit Erfolg gekrönt wird (19:22). Berlin kommt nach einem schweren Start wieder ins Spiel, macht den Ausgleich (24:24). Sterling Brown (Alba) und Johannes Thiemann (Alba) bleiben bislang das offensive Top-Duo der Hauptstädter (25:24). Dagegen zeigt sich die Anzahl der Assists bei den Chemnitzern deutlich höher als beim Gastgeber (26:26). Berlin erhöht wiederum sein Dreierkonto, Quote jetzt bei 36 Prozent, was sich auch auf dem Zwischenstand bemerkbar macht (29:28).
Chemnitz zeigt sich bis dato in den Rebounds engagierter, können sich vermehrt zweite Chancen erarbeiten (30:30). Die Partie lebt bislang vom rotierenden Führungswechsel, was für eine weiterhin hohe Intensität spricht (30:32). Zwei Minuten vor der Halbzeitpause nehmen die Albatrosse dann doch die Auszeit, auch weil die Niners zu einem kleinen Punktelauf ansetzen (32:35). Kevin Yebo macht diesen perfekt, drei für ihn (32:38), Ousmann Krubally (Niners) sorgt kurzerhand für den 8-0-Lauf für Chemnitz (32:40). Alba kann nicht antworten, während der bisherige Chemnitzer Top-Scorer Kevin Yebo (Niners, 13 Punkte) mit einem erneuten Dreier die zweistellige Führung klarmacht (32:44). Das lässt die Emotionen in der Uber Arena in Berlin hochkochen.
Q3:
Kann Chemnitz an den energischen Schlussspurt vor der Halbzeitpause anknüpfen? Alba läutet zunächst ein (35:44). Kevin Yebo (Niners) setzt zum vierten erfolgreichen Dreiern (4/5) an (35:47). Berlin lässt hingegen die Antwort liegen. Thiemann (Alba) im Alleingang (39:51) – doch die Unterstützung seiner Teamkollegen bleibt bisher mangelhaft (42:57). Dafür schlagen sich beide Mannschaften die Dreier um die Ohren (45:57).
Der offensive Flow der Chemnitzer bleibt auf Anschlag (45:59). Zu leicht kommen sie aus Berliner Sicht unter den gegnerischen Korb. Allerdings blickt Chemnitz auf drei foulbelastete Spieler. Der Gastgeber kann das jedoch nicht für sich nutzen. Der erhoffte Berliner Lauf bleibt bislang aus (50:63). Dreierquote der Chemnitzer bei 42 Prozent, was sich auch auf ihrem Punktekonto bemerkbar macht (50:66). Kaza Kajami-Keane (Niners) setzt sich gegen drei Berliner durch, hält den Flow der Chemnitz am Leben (54:69). Alba braucht jetzt einen Stopp. Die Energie der Chemnitzer lässt nicht nach, sichern sich munter weiter die offensiven Rebounds (56:71). Beim Euro-League-Team fehlt jedoch weiterhin die Härte, um dagegen anzukommen. Delow (Alba) versuchts von außen, trifft und kann zum Ende doch noch einmal für ein Lebenszeichen der Berliner sorgen (59:72).
Q4:
Berlin startet nach zwei erfolgreichen Freiwürfen (61:72) mit einem Ballverlust in die Schlussphase. Chemnitz verlegt. Im erneuten Versuch setzt Jeff Garrett (Niners) mit seinem Dreier erneut ein Statement (61:75). Zwar können die Berliner durch Einzelaktionen sein Spiel nicht ganz zum Erliegen bringen, aber der Funke mag noch nicht überspringen (66:77). Niners-Headcoach Rodrigo Pastore nimmt dennoch die Auszeit. Zu Recht, denn die Berliner demonstrieren sechs Minuten vor Schluss doch noch einmal, dass sie mit Leidenschaft spielen können (68:79). Setzen die Albatrosse doch noch zum Höhenflug an? Der Kampf ist eröffnet. Chemnitz vergibt zu viele Bälle in die Hände der nun beflügelten Berliner (71:79). Erneut Pech im Abschluss der Niners. Berlin nutzt das gnadenlos aus. Die zuvor komfortable Führung der Chemnitzer ist in kürzester Zeit dahin (73:79). Die Sachsen lassen sich in den letzten Minuten doch noch einmal austanzen von der weltmeisterlichen Abgezocktheit eines Johannes Thiemann (75:81). Wes van Beck (Niners) mit der dringend benötigten Antwort (77:84). Das gibt ihnen noch einmal Mut, nach den Ball zu gehen, inklusive zwei Freiwürfe (77:87). Berlin setzt noch einmal alles in die Wagschale (80:87), doch Chemnitz findet immer wieder Antworten (80:89). Noch 51 Sekunden zu gehen. Berlin verwirft den Dreier, kann seine Chancen nicht mehr verwerten. Chemnitz mit dem entscheidenden Dunk zum nun sicheren Sieg (80:93). Alba kann trotz erneuter Punkte nun nichts mehr reißen (82:93). Chemnitz legt in den letzten Sekunden noch einmal nach und holt den ersten Halbfinalsieg in der Vereinsgeschichte (82:95).