Artikel von: Björn Max Wagener
30.11.2023
Plauen: Bombenfund bei Bauarbeiten
Blindgänger entdeckt – Experten kommen in die Spitzenstadt
Bei Bauarbeiten in der Dörffelstraße in der Nähe des Löwelplatzes wurde am Donnerstagmorgen ein verdächtiger Gegenstand gefunden, welcher sich später als Blindgänger herausstellte. Der vorläufige Sperrkreis von 200 Metern wurde bis zum Beginn der Evakuierung um 17 Uhr auf 500 Meter erweitert. Nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes handelte es sich bei dem Fund um eine 75 Kilogramm schwere Fliegerbombe mit Aufschlagzünder. Bereits ab 15 Uhr rechnete die Stadtverwaltung mit erheblichen Verkehrsbehinderungen, da auch die Trockentalstraße im Evakuierungsradius lag. Den Verkehrsteilnehmern wurde empfohlen, den Bereich nach Möglichkeit ganz zu meiden.

Festhalle Plauen wird wieder einmal zur Notunterkunft
Wie in der Vergangenheit wurde die Festhalle Plauen am Donnerstagnachmittag zur Notunterkunft für alle, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten. Ab 15.00 Uhr wurde ein Bus-Shuttle-Service ab der Haltestelle Tunnel eingerichtet. Für pflegebedürftige oder gehbehinderte Bürger wurden spezielle Transportfahrzeuge eingesetzt. Um 15.30 Uhr löste die zuständige Leitstelle Zwickau eine Warnung der Bevölkerung über die NINA-App und Cell Broadcast aus. In dieser Warnung wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Maßnahmen möglicherweise bis 23:00 Uhr andauern könnten.

Evakuierung startet am späten Nachmittag
Gegen 17 Uhr begann die behördliche Evakuierung des Sperrkreises. Neben den Anwohnern wurden auch der Plauener Weihnachtsmarkt, das Rathaus, eine Tankstelle in der Trockentalstraße, eine Grundschule sowie das Best Western Hotel evakuiert. Insgesamt waren nach Angaben der Stadtverwaltung rund 4.300 Anwohner von der Evakuierung betroffen. Allerdings verzögerte sich die Maßnahme nach Angaben der Einsatzkräfte durch renitente Anwohner. Diese wollten ihre Wohnungen nicht freiwillig verlassen oder versuchten, illegal in den Sperrkreis zurückzukehren. Mit Hilfe von 100 städtischen Mitarbeitern, 75 Polizeibeamten sowie 20 Kameraden der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Stadt-Mitte konnten schließlich alle Anwohner evakuiert werden. Für die medizinische Versorgung waren rund 80 Mitarbeiter des Rettungsdienstes sowie Notärzte im Einsatz. Gegen 20.30 Uhr waren alle Anwohner evakuiert.
Entschärfung verzögert sich
Erst gegen 21.42 Uhr konnten die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit ihrer Arbeit beginnen. Nach rund 60 Minuten konnten Einsatzkräfte und Anwohner endlich aufatmen. Die Bombe war erfolgreich entschärft. Damit konnten alle Straßensperrungen aufgehoben werden und die Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Nach Angaben der Stadtverwaltung verlief die Entschärfung reibungslos. Während der Entschärfung befanden sich allein in der Festhalle 255 Personen.