Start Warnstreik Sachsen aktuell: Wo fällt der Nahverkehr am Freitag aus?
Artikel von: Alexander Aßmann
25.02.2026

Warnstreik Sachsen aktuell: Wo fällt der Nahverkehr am Freitag aus?

Warnstreik im Nahverkehr in Sachsen
Foto: Adobe Stock / Ardan Fuessmann
  • Ver.di kündigt sachsenweit Warnstreiks am 27. Februar an
  • Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen sind betroffen
  • Grund: Zweite Runde der Tarifverhandlungen für Beschäftigte in Sachsen blieb ohne Ergebnis

Am 24. Februar 2026 kündigte der ver.di-Landesbezirk für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erneut einen Warnstreik für den Nahverkehr an. Heute, am Freitag den 27. Februar 2026 sollen bis in die Nacht Busse und Bahnen in Dresden, Leipzig, Chemnitz, sowie Plauen und Zwickau großflächig ausfallen. Als Grund nennt ver.di ausbleibende Ergebnisse der mittlerweile zweiten Verhandlungsrunde über die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und Lohnerhöhungen. Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen kritisiert den Aufruf zum Streik vor dem Hintergrund der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen.

Warnstreik in Sachsen am 27.2.2026: LVB, DVB, CVAG, PSB und SVZ betroffen

Es wurde von ver.di angekündigt, dass nahezu alle Straßenbahnen und Busse in den betroffenen Städten bestreikt werden. Welche Linien betroffen sind und welche noch fahren, finden Sie in der Übersicht:

Wo?Wann?Welche Linien voraussichtlich fahren werden
Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB)Ab Freitag, den 27. Februar, 3 Uhr bis Sonntag, den 1. März, 6 UhrDie Buslinien 61, 62, 66, 77, 83, 87, 88, 91, 143, 162, 172, 173, 175, 176
Regionalzüge und S-Bahnen
Die LVB weist außerdem auf Bikesharing- und E-Scooter-Angebote als Alternative hin
Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB)Ab Freitag, den 27. Februar, 3 Uhr bis Samstag, den 28. Februar, ca. 3 UhrDie Buslinien 65, 66, 68, 72, 73, 74, 77, 78, 79, 81, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 98 A, 98 B, 98 C, EV 12 fahren teilweise bis vollständig nach Plan
Die DVB weist auf Bikesharing-Angebote als Alternative hin
Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG)Ab Freitag, den 27. Februar, 0 Uhr bis Samstag, den 28. Februar, 3 UhrDie Linien 26, 39, 42, 46, 49, 56, 63, 69, 76, 79, 89, 96, S91, S92 sollen wie geplant fahren
Die Linien 41, 31, 82 werden nur teilweise befahren
Plauener Straßenbahn (PSB)Am Freitag, dem 27. FebruarAlternativen zur Straßenbahn und den Stadtbussen:
PlusBus, TaktBus oder SchulBus
Vogtlandbahn-Linie RB 2 zwischen Oberer Bahnhof und Westbahnhof
Städtische Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ)Am Freitag, dem 27. FebruarLinien 21, 22 (nur mit Kleinbusfahrten), 23, 24, 25, 27, 31 und 32
Regionallinien mit dreistelliger Liniennummer

Bitte informieren Sie sich vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben, ob Ihre gewünschte Fahrt stattfinden wird. Regionalzüge und ausgewählte Buslinien von Subunternehmen fahren nach aktuellem Stand planmäßig und können als Alternative zu den ausfallenden Linien genutzt werden.

Keine Einigung über wöchentliche Arbeitszeit und Lohnzuschläge

Bereits am 2. Februar hat ver.di zum Streik in den Verkehrsbetrieben aufgerufen, nachdem es in der ersten Verhandlungsrunde kein Ergebnis zu einem sächsischen Nahverkehr-Tarifvertrag kam. Laut ver.di fordern die örtlichen Verkehrsunternehmen „massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen“: eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnerhöhung, Kürzungen des Urlaubsanspruchs, sowie die Streichung des Krankengeldzuschusses und dem Leistungsentgelt. Der Arbeitgeberverband begründe dies mit „schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ und einem fehlenden Verhandlungsspielraum.

Die Gewerkschaft fordert für einen Tarifvertrag unter anderem die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden, mit Option auf eine Erhöhung auf 38 Stunden mit finanziellem Ausgleich, die Erhöhung des Zuschlags für Nachtarbeit auf 25 Prozent und von Jahressonderzahlungen. Dies sei laut ver.di gerechtfertigt, da in Sachsen und auch bundesweit Beschäftigte im Nahverkehr stark ausgelastet sind. Auch wurde laut der Gewerkschaft ein mehrjähriger Stufenplan zur schrittweisen Einführung der Forderungen vom Arbeitgeberverband abgewiesen.