Sonntag, 18. Oktober 2026

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Auf der Suche nach dem perfekten Antrieb

Nicht nur die Abgas-Affäre macht der Automobilbranche zu schaffen - Trends dürfen nicht verpasst werden.

Von Redaktion Regionalspiegel

· 3 Min. Lesezeit

Die SASIT Industrietechnik GmbH Zwickau plant, fertigt, montiert und wartet Sondermaschinen, unter anderem für die Automobilindustrie. Mitarbeiter Falk Noffke konstruiert Sondermaschinen für den Batteriehersteller JohnsonControls, die u.a. für Standorte in Zwickau, Hannover und im chinesischen Yancheng bestimmt sind. Foto: IHK
Die SASIT Industrietechnik GmbH Zwickau plant, fertigt, montiert und wartet Sondermaschinen, unter anderem für die Automobilindustrie. Mitarbeiter Falk Noffke konstruiert Sondermaschinen für den Batteriehersteller JohnsonControls, die u.a. für Standorte in Zwickau, Hannover und im chinesischen Yancheng bestimmt sind. Foto: IHK

Zwickau. Hybrid-, Elektro- oder Wasserstoff-Antrieb? Wohin wird die Reise in Sachen Automobilität gehen? Das sind einige der Schwerpunkte, die zum mittlerweile 20. Internationalen Jahreskongress der Automobilindustrie auf dem Tisch liegen. Dieser findet am 25. und 26. Oktober in Zwickau statt – übrigens die größte Veranstaltung in der Branche im Ostdeutschen Raum.
Kenner aus der Region sind sich einig: Die Veränderungen am Markt machen sich nicht erst durch den „Diesel-Gate“ bemerkbar. Die Vorreiter sind schon länger unterwegs. „So gibt es Veränderungen im Markt, im Produkt selbst und in der Technologie. Und alles tritt gerade gleichzeitig auf“, sagt Andreas Wächtler, Netzwerkmanager bei AMZ Sachsen.
Die Automobilzulieferkonferenz spiegelt insofern auch den Stand der Dinge wieder. Die Firmeninhaber der Branche sehen, wo sie selbst am Markt stehen. Das gilt übrigens auch für den Standort Zwickau generell. Denn eines darf man nicht: Den Trend verpassen. Zudem sollten sich Unternehmen mit eigenen Produkten behaupten, um sich von anderen nicht erpressbar zu machen. Eines vorweg: Ein offizielles Statement zu Stimmungslage zwischen Volkswagen und den Zulieferern hier in der Region gibt es nicht. Dennoch verweist Schmitt auf ein gewisses Machtgefühl. Zudem sei entscheidend, ob man im Anlagenbau oder in der Teileproduktion tätig ist.

Während man beim Anlagenbau davon abhängig ist, dass etwas kaputt geht, sei die Teilelieferung in der Regel auf drei bis fünf Jahre festgeschrieben. Der weltweite Marktanteil von Volkswagen bewegt sich derzeit bei 25 Prozent. „Der Wert ist zwar etwas zurückgegangen, aber das liegt weniger an dem Dieselskandal als an den vielen Mitwettbewerbern“, so Jens Schmitt, Inhaber SASIT Industrietechnik GmbH Zwickau.

Ein großes Problem stellt auch die Globalisierung dar. Der chinesische Markt deckt derzeit 60 Prozent der Automobilproduktion ab. Über 100 Automobilhersteller haben sich dort niedergelassen. Die Tendenz ist steigend. Dort hat man beispielsweise die Elektromobilität schon deutlich besser akzeptiert als in Deutschland. 2015 wurden dort rund 300.000 E-Fahrzeuge verkauft. In Deutschland waren es bisher insgesamt nur 17.000.  „Doch letzten Endes ist entscheidend, was der Kunde, also der Endverbraucher, für sich nutzen möchte“, so Jens Schmitt, Inhaber SASIT Industrietechnik GmbH Zwickau. Er geht davon aus, dass es künftig eine Zweiteilung geben wird: Menschen, die in der Stadt wohnen, könnten verstärkt E-Fahrzeuge benutzen und die auf dem Land werden bei der herkömmlichen Variante Diesel oder Benzin bleiben. Das Problem der Infrastruktur bei E-Fahrzeugen bleibt. Denn bis die Batterie geladen ist, vergeht viel Zeit, wenn man überhaupt Lademöglichkeiten besitzt.

Doch es gibt natürlich weitere Varianten: Während Michael Stopp, Referatsleiter Industrie und Außenwirtschaft, das Hybrid-Auto als zukunftsträchtig sieht, glaubt Schmitt eher an die Wasserstofftechnologie. „Es gibt solche Fahrzeuge zwar schon, aber die Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen“, sagt Andreas Wächtler. Inwiefern sich die Entwicklung auf die Arbeitsmarktsituation auswirken könnte, sei noch nicht zu sagen. Allerdings wird das Beschäftigungsrisiko durch AMZ in Studien untersucht.  „Und da dürfen wir die Füße nicht still halten“, so Wächtler weiter.

Die Top 100 verzeichnen einen Branchengesamtumsatz von 50 Prozent. Aus Sachsen ist darunter  niemand. Das Plus im Freistaat liege allerdings in der guten Forschungsarbeit. An der Vernetzung hapere es noch ein wenig. Und noch etwas: Im Jahr 2015 gab es weltweit 95 Millionen Fahrzeug-Rückrufe. 65 Millionen wurden dagegen produziert.

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