Trotz Großbrand in Gießerei: 16. Auflage findet statt
Fast hätte es das Schönherrfest in diesem Jahr nicht gegeben. „Das war großes Glück im Unglück“, sagt Steve Tietze, Geschäftsführer der Schönherr WEBA GmbH. Denn: Der Großbrand in der Gießerei Gienanth vor zwei Wochen, in unmittelbarer Nähe zur Schönherrfabrik, sorgte für alle ansässigen Firmen und Gewerbetreibenden vor Ort für einen Moment des Schreckens. „Den ersten Anruf einer besorgten Mieterin bekam ich gegen halb sechs an diesem Abend“, erinnert sich Tietze. „Danach ging alles Schlag auf Schlag. Ich hielt Kontakt zur Feuerwehr. Ohne sie und weiteren beteiligten Helfern hätte das Feuer womöglich auch die Schönherrfabrik in Gefahr gebracht. Ich bin ihnen deshalb sehr dankbar.“ Wie es allerdings nun weitergeht, bleibt offen. Der Brand bleibe trotz unversehrter Schönherrfabrik ein großes Thema, sagt Tietze. Der vordere betroffene Teil der Gießerei wurde um die Jahrtausendwende an Markus Trompetter verkauft. Dazu mietet die Gießerei auch noch über 10.000 Quadratmeter über die Schönherrfabrik an. „Die Gießerei war wesentlicher Bestandteil des früheren Webstuhlbaus“, so der WEBA GmbH-Chef.
Schönherrfest: „Es nicht zu machen, wäre ein falsches Zeichen“
Schnell stand dann auch die Frage im Raum, ob die 16. Auflage des Schönherrfestes am Samstag (17. Juni, ab 15 Uhr) stattfinden kann. „Es wäre das falsche Zeichen gewesen, es abzusagen.“
Auch, weil das Fest jedes Jahr eine gute Gelegenheit für die Unternehmen sei, sich zu präsentieren und zu zeigen, wie sich der Standort in den letzten Jahren entwickelt habe, betont Tietze. Wegfallen muss hingegen aber das Feuerwerk. „Das versteht sich mit Blick auf den Brand von allein. Die dazu geplante Lasershow gegen um 22.45 Uhr wird es aber geben.“
Daneben haben sich die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Programm ausgedacht. Auf der Bühne gibt es am Nachmittag viel zu sehen, unter anderem vom Tanzstudio Chemnitz, dem Ella Damenfitness Studio, dem Artistik Schulprojekt.
Für die kleinen Gäste sorgen Clown Hansi mit Luftballons und dem Glücksrad, einen Stelzenläufer, Kinderschminken, Zinn gießen, Kniffelspiele, Malen und Münzen für Spiel und Spaß.
Im Innenhof gibt es eine Photo Booth Aktion der offenen Blende
Bei Sport Prager bekommen die Besucher historische Fahrräder zu Gesicht, inklusive einer Hochradvorführung und E-Bikes-Ausstellung sowie einer Vorführung von RC Modellen auf einer kleinen Crawler Strecke.
Im Kreativhaus K 40 können die Gäste des Schönherrfestes bei einer Ausstellung, Musik und offenen Ateliers verweilen.
Wer seine Gesundheit überprüfen lassen will, ist beim SaXcare-Check von Kopf bis Fuss mit Venen- und Fussdruckmessung, Fussscanns und Scooter-Testfahrt bestens aufgehoben.
Die Skaterhalle nebenan lädt zum Mitmachen ein. Dazu gibt es im Innenhof einen Fingerboard Skatepark. Am Abend wird es musikalisch mit dem Studio W.M., Live-Musik von den „Asphaltraketen“ und „Luxus-Loft“.
Hier das komplette Programm zum Schönherrfest 2023 im Überblick.
Wie komme ich trotz Vollsperrung zum Fest?
Die Schönherrstraße ist aufgrund der Abrissarbeiten an der Gießerei bis auf Weiteres aus Richtung der Blankenburgstraße komplett gesperrt. Die Schönherrfabrik ist aber aus Richtung Müllerstraße über die Nordstraße zu erreichen. Zudem kann auch der Parkplatz an der Industrieeinfahrt genutzt werden.

Von Stillstand kann keine Rede sein
In den letzten Jahren ist viel passiert auf dem Gelände des ehemaligen Industriegebäudes der Schönherrfabrik. Längst hat sich das gut 94.000 Quadratmeter große Areal zu einem beliebten Standort für künstlerisches, gewerbliches und gastronomisches Treiben entwickelt – mehr als 110 Gewerbemieter mit insgesamt etwa 1.100 Mitarbeitern zählt Steve Tietze, Geschäftsführer der Schönherr WEBA GmbH. „Die Nachfrage ist nach wie vor sehr groß“, sagt er. Erst vor kurzem wurden zwei neue Mieter für das Dachgeschoss im Kreativhaus K40 gefunden. Die Turck Beierfeld GmbH sowie die mastersolution AG werden im Herbst 2023 ihre neuen Flächen an der Nordseite beziehen. Und auch für die Südseite sei Steve Tietze bereits in Verhandlung mit einem Interessenten.
Von Stillstand auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei und des Webstuhlbaus kann nicht die Rede sein. Der Standort soll um das frühere Verwaltungsgebäude und die Ausstellungshalle des einstigen Maschinenbauunternehmens erweitert werden. „Hier kommt endlich zusammen, was zusammengehört“, wie Steve Tietze sagt. Der Kaufvertrag mit der städtischen Tochtergesellschaft GGG wurde bereits letztes Jahr am 12. Oktober unterzeichnet. Der Besitzübergang erfolgte dieses Jahr. Damit liege alles wieder in den Händen der Schönherr-Weba-Gesellschaft, die das 11.000 Quadratmeter große Areal vor 24 Jahren für 2,7 Millionen Euro an die Stadt Chemnitz verkauft hat. „Damals ging es um den Erhalt von Fördermitteln der Europäischen Union über das URBAN-Programm für die Umnutzung und Entwicklung des Gewerbestandortes Webstuhlbau“, erklärt Steve Tietze. „Mit dem Geld konnte der erste Bauabschnitt der schönherr.fabrik mitfinanziert werden.“
Mit dem Wiedererhalt des unter Denkmal stehenden Verwaltungsgebäudes würden sich nun „fantastische Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Umgestaltung des Standortes ergeben“, ist Steve Tietze überzeugt. Die ersten Planungen laufen bereits auch schon, wie er mitteilt. Ursprünglich sollten die jedoch dieses Jahr noch gar nicht starten. Die große Nachfrage vieler Interessenten mache es inzwischen fast unmöglich, nicht schon jetzt damit zu beginnen, so Tietze. Konkrete Entwürfe gibt es aber noch nicht. Auch ein Neubau sei aufgrund der großen Fläche nicht ausgeschlossen, wie er meint. Noch in diesem Jahr geplant ist allerdings schon der Abriss des ehemaligen Feuerwehrgebäudes nahe des K40.
Darauf erst einmal ein Eis!
Bereits neu entstanden auf dem damaligen GGG-Gelände sind neue Parkflächen. Diese können ab sofort frei genutzt werden. Im Sommer sollen dann nochmals weitere Parkplätze im Bereich der jetzigen Gebäude 36 und 44 folgen. Diese werden in den nächsten Wochen abgerissen. Zudem wurde auf dem Areal gegenüber der Villa Schönherr (Büro WEBA) eine kleine grüne Oase geschaffen. „Bereits zu Zeiten des Webstuhlbaus wurde das Grundstück als Park genutzt. Es gibt dazu allerdings keine alten Fotos mehr, so dass wir den Park leider nicht dem Original nach rekonstruieren konnten.“ Angelegte Wege und Sitzbänke sollen nun aber trotzdem dafür sorgen, dass sich Mieter und Gäste in den Pausen erholen können.

Inzwischen ist das kleine Fleckchen Grün sogar zu einem beliebten Treffpunkt der Belegschaft geworden. „Eis verbindet“, lacht Tietze. Denn seit neuestem versüßt „sweet concepts“ jeden Donnerstag beim Parkplatz an der Haupteinfahrt die Mittagspause. Dabei kann von 11 bis 16 Uhr bei cremigem Softeis, Streuselkuchen und weiteren Leckereien geschlemmt werden. „Eine schöne ungezwungene Möglichkeit, als Mieter wieder enger zusammenzufinden.“ Ebenso wie auch das anstehende Schönherrfest an diesem Samstag (17. Juni) ab 15 Uhr.



